Abriss Adolf Hitler Geburtshaus: Österreich ist irre und beginnt Geschichts-Fälschung

Ein großer Stein mit den Worten „Für Frieden Freiheit und Demokratie. Nie Wieder Faschismus. Millionen Tote Mahnen“ steht vor dem Adolf Hitler Geburtshaus in der Salzburger Vorstadt 15 in Braunau am Inn. Ohne das Haus ist das Mahnmahl witzlos. (Bild: Wikimedia CC BY-SA 3.0 at)

Kommentar – Es ist eine irre Entscheidung und sie passt zur irren Politik in Österreich: Auf Initiative der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) sowie der Mitte-Rechts-Partei Österreichische Volkspartei (ÖVP) soll nun möglicherweise das Geburtshaus von Adolf Hitler, ein mahnendes Zeitdokument an Deutschlands nationalsozialistischen Diktator, enteignet und anschließend abgerissen werden. Doch es regt sich Widerstand.

Vordergründig möchte Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) den Saubermann spielen, der das Geburtshaus von Adolf Hitler in Österreichs Städtchen Braunau am Inn vor rechten Pilgerfahrten schützen wolle.

Doch in Wirklichkeit versucht er mit dem Abriss dieses wichtigsten österreichischen Zeitdokuments der nationalsozialistischen Verbrecher-Diktatur zentrale Spuren in Österreich auszulöschen.

Auch die Umstände des Abrisses sind skandalös: Die private Besitzerin wird von der SPÖ- und ÖVP-geführten österreichischen Regierung einfach enteignet.

Absurd: Hier wird ganz so agiert, wie man es aus Diktaturen und Unrechtsstaaten kennt. Also aus Staaten wie der Nazi-Diktatur.

Rotzig kommentierte das Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka gegenüber „Die Presse“ mit den Worten: „Die Kellerplatte kann bleiben, aber es wird ein neues Gebäude errichtet.“

Sobotka versucht Österreichs Vertuschungspolitik der eigenen rechtsradikalen Vergangenheit damit zu rechtfertigen, indem man ja angeblich nur „einer Empfehlung einer Expertenkommission“ folge. Deshalb arbeite man auch stark daran, dass das eigentlich längst unter Denkmalschutz stehende Haus nach dem Abriss durch eines ersetzt werde, das „keinen Wiedererkennungswert“ haben solle.

Jetzt will Sobotka noch schnell eine Absegnung vom österreichischen Parlament für eine der größten Geschichtsvertuschungen in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten.

Adolf Hitler ist 1889 in dem Haus in Braunau zur Welt gekommen und starb durch Selbstmord 1945 in seinem Berliner Führerbunker – ebenfalls einem Zeitdokument, das die DDR kurz vor der Wende noch gesprengt hatte, was heute Historiker als falsche Entscheidung bezeichnen.

Zuletzt war in Hitlers Geburtshaus eine staatlich finanzierte Behindertenwerkstatt untergebracht, wobei der Staat seit Jahrzehnten als Mieter des Hauses auftrat.

Klar ist: Wenn Österreich nun das Geburtshaus von Adolf Hitler – einem Österreicher – dem Erdboden gleichmacht und damit Geschichtsfälschung begeht, ist auch das vor dem Haus seit Jahren aufgestellte Mahnmahl witzlos – ein großer Stein, auf dem steht:

„Für Frieden Freiheit und Demokratie. Nie Wieder Faschismus. Millionen Tote Mahnen“.

+++ Update Montag den 17.10., 23:09 Uhr +++: Im Gegensatz zu der Äußerung von Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka sagte nun Braunaus Bürgermeister Hannes Waidbacher (ÖVP), der selbst Mitglied der Hitler-Haus-Kommission ist, wonach die Expertenkommission keinen Abriss von Hitlers Geburtshaus empfehle.

So schreibt der ORF:

„Im Gegensatz zur Ankündigung von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP), das Geburtshaus Adolf Hitlers in Braunau abzureißen, empfiehlt die Expertenkommission keinen Abriss.

‚In der Empfehlung steht nichts von einem Abriss‘, sagt der Braunauer Bürgermeister Hannes Waidbacher (ÖVP), Mitglied der Kommission. Sobotka hatte erklärt, er folge mit seinem Vorstoß einer Kommissionsempfehlung….

Tatsächlich empfehle die Kommission ‚eine tiefgreifende architektonische Umgestaltung‘, die den ‚Wiedererkennungswert und die Symbolkraft des Gebäudes dauerhaft unterbinden‘ soll, so Waidbauer in den ‚Oberösterreichischen Nachrichten‘ (Dienstag-Ausgabe).“

Expertenkommission zum Hitler Geburtshaus in Braunau am Inn bei Salzburg

Die Mitglieder der Expertenkommision waren Oskar Deutsch (Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien) die Historiker Oliver Rathkolb sowie Stefan Karner, zudem der frühere Vorsitzende der Historikerkommission, der Ex-Verwaltungsgerichtshofpräsident Clemens Jabloner.

Zudem gehören der Kommission an: Zukunftsfonds-Generalsekretär Herwig Hösele und Mitglieder des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands, des Innenministeriums, der Landespolizeidirektion Oberösterreich, des Bundesamts für Verfassungsschutz und der Braunauer Bürgermeister Johannes Waidbacher (ÖVP).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.