Skip to main content
Montag, 17. Juni 2019

Vor 72 Jahren befreite die Rote Armee das Auschwitz Vernichtungslager

Das KZ Auschwitz gehört zu den dunkelsten Geschichten der Menschheit, vor allem der deutschen Geschichte. (Bild: Wikimedia Creative Commons)

Es gehört zu den dunkelsten Geschichten der Menschheit: Das deutsche Vernichtungslager Auschwitz. Es liegt in Polen, das während des Zweiten Weltkriegs von 1939 bis 1945 von den Deutschen besetzt gehalten worden war.

Im Vernichtungslager Auschwitz wurden nach heutiger Schätzung mehr als eine Millionen Menschen ermordet: Deutsche Juden, Schwule, Behinderte, Linke, Sozialdemokraten, Nazi-Gegner, oder sowjetische Kriegsgefangene. Unter den Opfern waren zudem unzählige Polen, Tschechen oder Sinti und Roma, also in Teilen wanderndes Volk, das viele auch als Zigeuner bezeichnen.

Hunderttausende der KZ Auschwitz-Insassen sollen vergast worden und dann in Öfen verbrannt worden sein. Oder sie starben an Mangelernährung, Kälte, Krankheiten, Schinderei auf dem Zwangsbau.

Erst am 27. Januar 1945 gelang es Soldaten der Roten Armee aus Russland die Tore des NS-Konzentrationslagers Auschwitz zu öffnen. Mitten im Winter. Mitten in der kältesten Jahreszeit. Der Winter gehörte für Millionen KZ-Insassen in den weit verstreuten deutschen Konzentrationslagern immer zu den schlimmsten Jahreszeiten überhaupt.

Denn beheizt wurden die Baracken, in welchen man jeweils Hunderte Menschen zusammenpferchte, nicht. Wie viele Baracken für eine Millionen Menschen alleine in Auschwitz aufgebaut worden waren, ist schwer zu sagen. Aber es müssen wohl Hunderte gewesen sein.

Die Russen sollen am 27. Januar 1945 noch 7000 Insassen in Auschwitz gefunden haben. Die Häftlinge, welche die Tyrannei des nationalsozialistischen deutschen Regimes überlebt hatten, waren extrem erschöpft, viele dem Tod nahe, ausgemergelt bis auf die Knochen.

Unter ihnen sollen unzählige Kinder und Frauen gewesen sein. Vor allem aber viele Männer. Die letzten verbliebenen Insassen hatten die Soldaten der russischen Roten Armee als Befreier begrüßt und beklatscht. Der Rote Stern war für sie die aufgehende Sonne.

Allerdings währte die Verbindung zwischen Sonne und Rotem Stern nicht lange. Denn schon kurz nach der Befreiung von Auschwitz ging Russlands Stalin systematisch dazu über, sein Sowjet-Reich mit brutalen Mitteln aufzubauen. Auch dabei sollen Millionen Menschen umgebracht worden sein. Stalin scheint also von Adolf Hitler, dem deutschen Diktator im Zweiten Weltkrieg, gelernt zu haben.

Doch in den Tagen der Befreiung von Auschwitz brachten die russischen Soldaten den Insassen Lebensmittel und Getränke.

Essen war damals aber nicht eine gebratene Gans oder ein Schweinebraten oder ein Big Mac mit Cola. Viele waren schon froh, wenn sie nur eine Tasse heißen Kaffee bekamen oder heißen Tee oder etwas Milch mit einem Stückchen Brot mit Margarine drauf.

So erinnert sich die ehemaligen Auschwitz-Häftling Lidia Maksymovych an ihre schreckliche Zeit in Auschwitz.

In ihren Aufzeichnungen schreibt sie: „Zuerst kamen die Pfadfinder. Ich erinnere mich, wie ein junger Soldat mich in seine Arme nahm. Ich war krank, erschöpft, aber glücklich. Dann verließen sie uns, aber sie sagten, dass die Rote Armee bald wird kommen.“

Es sei Glück und Freude gewesen, als die sowjetischen Truppen Auschwitz endgültig von den deutschen Nazi-Besatzern befreit hätten, sagt der Ex-Häftling Alexander Borisov.

Bereits seit August 1944 sollen die Deutschen angefangen haben, Auschwitz auf den Tag X vorzubereiten. Also auf jenen Tag, an dem das Vernichtungslager fällt:

So sollen ab August die ersten Insassen abgeschoben worden sein – in andere Länder, darunter nach Deutschland. Dies schreiben heute polnische Medien. 72 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz durch Russland.

Bis Mitte Januar 1945 sollen bereits gut 65.000 KZ-Häftlinge aus Auschwitz entweder weggeschickt oder in andere Lager verbracht worden sein. Die meisten seien Polen, Russen und Tschechen gewesen.

Doch die Deutschen sollen selbst angesichts der Russen vor den Toren von Auschwitz weiter gemacht haben mit den Menschen-Vernichtungen, vor allem von Juden.

Die Gaskammern von Auschwitz sollen zum letzten Mal am 28. November 1944 genutzt worden sein. Seit Ende des Jahres 1944 seien Dutzende von Baracken in Birkenau bereits abgerissen worden um Spuren zu verwischen. So sagt es die Geschichtsschreibung.

Auch seien Dokumente und Zertifikate verbrannt worden. Die Asche habe man in die Massengräber mit den verbrannten KZ-Häftlingen geschüttet. Das Krematorium IV war rechtzeitig vor Eintreffen der Russen am 17. Januar 1945 in die Luft gesprengt worden.

Gegen die Massenvernichtung in Auschwitz und Birkenau klagten in den Jahrzehnten nach der Befreiung durch die Rote Armee Hunderte ehemaligen KZ-Insassen. Im Schnitt sollen sich in Auschwitz 67.012 Gefangene aufgehaltenen haben in angeblich 894 Hauptlagern und 118 Lebenlagern.

Russland selbst, ein Land das als Befreiernation von Auschwitz in die Geschichte einging, zahlte schon im Ersten Weltkrieg mit vielen Millionen Menschenleben. Begonnen worden war der Erste Weltkrieg (1914 bis 1919) vom Deutschen Reich unter Kaiser Wilhelm II im Verbund mit Österreich-Ungarn.

Auch im Zweiten Weltkrieg musste Russland unzähligen Millionen Menschenleben beklagen. Neben Zivilisten fielen Millionen russische Soldaten unter schlimmsten Kriegsumständen.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Wikimedia Commons, the free media repository. Public domain der United States. Freitag, 14. Juni 2019

Brennende Öltanker: USA führten seit 1775 über 80 Kriege oder wer einmal lügt dem glaubt man nicht

Kommentar – Die USA haben in den vergangenen 250 Jahren so oft gelogen, wenn es um Kriege ging, dass man ihnen nicht mehr glauben mag. Es ist müßig, alle Kriege aufzuzählen, in welche die USA verwickelt waren. Kriege, die in der Mehrheit durch die USA aggressiv und federführend auf Grund eigener wirtschaftlicher oder geopolitisch-expansiver Interessen durchgeführt wurden. Wikipedia Deutschland nennt […]

Freitag, 26. April 2019

Trauer

Asylsuchende aus Pakistan und Afghanistan werden in Sri Lanka wegen Terroranschlägen von verzweifelten Christen bedroht

Kommentar – Nach den Terroranschlägen von Sri Lanka, denen am höchsten Fest der Christen, dem Ostersonntag, rund 250 bis 300 Menschen zum Opfer fielen, kommen weitere Details ans Tageslicht. Alleine in der christlichen Kirche St. Sebastians in der Katuwapitiya Straße im sri-lankischen Städtchen Negombo[i] sollen 93 betende Christen von den Terroristen massakriert worden sein. Unter den in der alten Kirche […]

Sonntag, 07. April 2019

Deutsch Ostafrika

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten […]

Freitag, 23. November 2018

Schurkenstaat Saudi-Arabien soll weitere Kritiker ermordet haben – und zwar Prinzen

Die Khashoggi-Affäre zeigt, wie erbarmungslos das saudische Schurken-Regime seine Kritiker verfolgt und mordet. Selbst Dissidenten aus der Königs- und Diktatorenfamilie leben auf gefährlichem Fuß. So seien zwischen 2015 bis 2017 drei saudi-arabische Prinzen bis heute spurlos verschwunden, berichtete bereits vor Monaten BBC. Das heißt nichts anderes, als: Die drei Prinzen wurden wahrscheinlich auf Veranlassung des Regimes ermordet. Grund: Auch diese […]

Samstag, 20. Oktober 2018

Saud

Regime des Mord-Königs von Saudi-Arabien nicht mehr satisfaktionsfähig nach seinem Khashoggi-Mord

Kommentar – Ich glaube es war ein Autor der britischen linksliberalen Tageszeitung „Guardian“, der sich an folgende Szenen erinnerte und sie dieser Tage kundtat: Schon einmal habe eine brutale arabische Diktatur geglaubt, den Westen an der Nase durch die internationale Manage ziehen zu können und der Lächerlichkeit preis zu geben. Es sei Anfang der 1990er Jahre gewesen. Das Land, in […]

Sonntag, 27. Mai 2018

Wegen "Loyalitätsbruch"

Israel droht Palästinensischer Autonomiebehörde mit Verlust des Aufenthaltsrechts in Jerusalem

Vier Mitgliedern des Palästinensischen Legislativrats droht, teilte Amnesty International (AI) bereits Ende April 2018 mit, der Verlust ihres dauerhaften Aufenthaltsstatus in Jerusalem. Auf der Grundlage eines vom israelischen Parlament (Knesset) verabschiedeten Gesetzes sei das israelische Innenministerium befugt, Personen wegen mutmaßlichen „Loyalitätsbruchs“ das Aufenthaltsrecht zu entziehen. Das teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Am 19. März habe der israelische Innenminister Arye Deri angekündigt, zwölf […]