Flüchtlingsstrom hält an: Froh vor Krieg und Terror in Deutschland zu sein / Deutsche wissen, was es heißt, Vertriebener zu sein

Es sind Bilder, die nahe gehen: Hunderttausende Kinder, junge Männer, Frauen, Väter, Mütter flüchten Tausende Kilometer unter Lebensgefahr über Wasser und Land, laufen Hunderte Kilometer zu Fuß. Sie kommen aus Syrien, fliehen unter anderem vor dem Krieg zwischen der Isis, einer Terrororganisation die einst durch den militärischen Geheimdienst der USA, die CIA, aufgerüstet worden ist, dann aber der CIA entglitt. Sie fliehen aber auch vor den Luftschlägen, ausgeübt durch das syrische Staatsregime, das sich verzweifelt versucht gegen Isis zu wehren.

Andere Flüchtlinge kommen wiederum aus dem seit der Irak-Invasion durch die Amerikaner vor über zehn Jahren faktisch gefallenen Staat Irak. Weitere Zehntausende Flüchtlinge wollen dem ebenfalls durch den Westen herbeigebombten gefallen Staat Libyen (Libyen-Krieg der Nato 2011) entkommen. Statt Arabischer Frühling dominieren seit Jahren in Libyen Terror-Banden die Szene. Sie wollen das Öl des eigentlich reichen Landes Libyen unter sich aufteilen.

Tausende Flüchtlinge kommen aber auch aus Pakistan. Dabei ist nicht bekannt, aus welchen Gebieten sie dort fliehen. Bekannt ist, dass die USA seit Jahren einen Drohnen-Krieg gegen Taliban-Verstecke in den pakistanischen Bergen führen, welchem auch Tausende Zivilisten zum Opfer gefallen sind. Fluchtpunkte sind ebenso Somalia, Afghanistan oder der Jemen, wo der Deutschland-Verbündete Saudi-Arabien geächtete Streubomben einsetzen soll, schreibt die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe.

Betäubt durch so viel Krieg in der Welt, schaut die Welt mittlerweile häufig weg, wenn staatliches Kriegs-Unrecht geschieht. Die UNO ist nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Deutschland ist derzeit das Land ihrer Träume und Deutschland versteht das – waren Millionen Deutsche doch selbst nach WWII auf der Flucht

Rund 7000 Flüchtlinge erreichten am Wochenende Deutschland über Züge, Busse oder Autos aus Österreich. Die meisten Flüchtlinge kamen am Hauptbahnhof in München, der bayerischen Hauptstadt an. Dort wurden sie unter Applaus zahlreicher Münchner begrüßt, die die Ankömmlinge mit Süßigkeiten, zu Trinken oder Kinderspielsachen begrüßten.

Die Münchner Behörden leisten dabei Rekordarbeit. Denn jetzt heißt es, die vielen Flüchtlinge zu registrieren und dann in Einzelgesprächen zu schauen, wer Wirtschaftsflüchtling ist (was keine Aufenthaltsgenehmigung nach sich zieht) und wer wirklich Asylant ist, da sein Leben in dem Heimatland in Gefahr ist – wozu sicherlich derzeit Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak, Afghanistan oder Libyen gehören dürften. Gleichzeitig heißt es, endlich ein von der SPD gefordertes Einwanderungsgesetz zu verabschieden, damit talentierte Flüchtlinge, die vielleicht auch Wirtschaftsflüchtlinge aus Kriegsländern sind, eine Chance haben, sich hier beruflich niederlassen zu können in Wirtschaftsgebieten, wo es sowieso zu wenige Talente gibt.

Sonderzüge gingen aber auch in die ostthüringische Stadt Saalfeld. Hier kamen 570 Menschen am Wochenende an. Thüringen wird nach einem jahrelangen CDU-Filz seit 2015 von den Linken unter Führung Bodo Ramelows regiert. In Saalfeld wurde eine Schule für deutsche Offiziere zwangsgeräumt, um dort nun Platz für Notunterkünfte für 350 Flüchtlinge zu schaffen. Das dort aber selbst militärische Einrichtungen für Flüchtlinge geräumt werden, sowas dürfte es derzeit wahrscheinlich nur in einem Land wie Deutschland geben. Andere Züge brachten die Migranten in Deutschlands Norden nach Hamburg oder den Westen nach Dortmund. In Berlin kamen am Wochenende weitere 300 Menschen an.

Millionen Opfer der brutalen Mächtigen, die um Öl kämpfen, geopolitische Macht

Die Millionen Flüchtlinge, die nun nach Europa möchten, sind vor allem Ausdruck für eines: Nämlich, dass die Welt aus den Fugen gerät, da die Mächtigen in vielen Kriegsländern ihre brutalen Spiele spielen – Spiele um Reichtum, Öl, Gas, Spiele um geopolitische Einflüsse. Die Leittragenden sind Millionen Zivilisten in diesen Ländern, die alles verlorenen haben. Sie kommen jetzt nach Europa, entfliehen jahrelangem Krieg, Terror, Folter, dem tagtäglichen gewaltsamen Tod. Sie entfliehen wirtschaftlich existenziell bedrohenden Situationen in diesen Ländern, wo es häufig weder Wasser noch zu Essen gibt, da alles zerbombt ist oder unter der Hand von Terror-Erpressern, die Essen oder Wasser nur gegen exorbitante Schutzgelder herausrücken.

Das favorisierte Ziel der meisten Flüchtlinge scheint das wohlhabende Land Deutschland zu sein. Deutschland gilt auch als liberal.

Dass sich die Deutschen wie kein anderes Volk in Europa derzeit so sehr den Anliegen der Flüchtlinge öffnen, mag auch am kollektives Langzeitgedächtnis der Deutschen liegen. Denn Millionen Deutsche waren nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg (WWII) ebenfalls auf der Flucht – aus ihren vor über 300 Jahren angesiedelten deutschen osteuropäischen Gebieten. Auch die deutschen Weltkriegs-Flüchtlinge waren zu Fuß über Hunderte, wenn nicht Tausende Kilometer gelaufen, mit Pferden oder Zügen. Aufnahme fanden sie in ihrem Heimatland Deutschland. Deutsche wissen also, was es heißt, auf der Flucht zu sein. Damals, ab 1945, kamen Millionen Deutsche aus ihren alten Heimatregionen in Polen, Tschechin, Danzig, Russland, Rumänien, Ungarn. Sie waren Flüchtlinge, aber auch vor allem Vertriebene.

Millionen Deutsche flüchteten aber auch, da die Siegermächte aus WWII – USA, Russland, Großbritannien, Frankreich – Deutschland damals 1945 zerschlagen hatten und deutsche Staatsgebiete in zahlreichen Regionen enteignet hatten – zu Gunsten von Polen, Tschechien zum Beispiel.

Auch Angela Merkel weiß, was es heißt, wenn Menschen eingesperrt sind und für Freiheit kämpfen – sie wuchs in der DDR auf

Im Bewusstsein, dass man die Flüchtlingswelle sowieso nicht mehr aufhalten kann, hatte auch Deutschlands Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) die Türen zu Deutschland für die Flüchtlinge nun geöffnet. Man könne, sagte Merkel, angesichts solch humanitärer Katastrophen nicht länger wegschauen, müsse helfen.

Auch bei Angela Merkel – in der DDR aufgewachsen – mögen eigene historische Erinnerungen eine Rolle gespielt haben: 1989 waren Hunderttausende Deutsche vor allem nach Ungarn geflohen und hatten die Ausreise nach Westdeutschland gefordert.

Erst durch Vermittlung des damaligen deutschen Außenministers Hans-Dietrich Genscher (FDP) wurde schließlich die ungarische Grenze geöffnet und Tausende Ostdeutsche aus der DDR durften nach Westdeutschland in die BRD (Bundesrepublik Deutschland) ausreisen. Das war gleichzeitig das symbolisch eingeleitete Ende der DDR, die im November 1989 schließlich komplett zusammenbrach.

Schätzungsweise 8.000 Migranten sind alleine am Sonntagmorgen in Deutschland angekommen. Und es werden täglich mehr. Bis zu 800.000 Flüchtlinge könnten in Deutschland erst einmal in Sicherheit kommen. Doch gilt auch das: Bislang wird in Deutschland nur einer von 100 Flüchtlingen überhaupt als Asylant anerkannt. Das wären also rund 8.000 Menschen. Was ist dann mit den anderen 892.000 Menschen? Möchten die deutschen Behörden die wieder zurückschicken?

In Deutschland wird das derzeit noch nicht ausgiebig diskutiert. Die Christlich-Soziale Union (CSU), der sozial-konservative Flügel in Merkels Regierung, kritisiert beispielsweise Merkels Plan, die Grenzen für die Flüchtlinge auf zu machen.

SPD-Oppermann: „Man kann nicht kalt und abweisend sein beim Blick in diese Gesichter“

Dem steht Merkels Koalitionspartner, die SPD, entgegen, welcher im Deutschen Bundestag mehrheitlich für die Aufnahme der Flüchtlinge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist. „Kein Anständiger kann in das Gesicht eines Menschen blicken, der ein solches Leiden erfahren hat und kalt und abweisend sein“, sagte Thomas Oppermann, Fraktionschef der Sozialdemokraten im Deutschen Bundestag. Oppermann wies darauf hin, dass die Flüchtlinge nun gerecht nach einer Quote in Europa verteilt werden sollten. Dies sei eine Frage der europäischen Gemeinschaft, der EU.

Hunderttausende Flüchtlinge werden derzeit in Deutschland verteilt, da das Land 40% aller Flüchtlinge in Europa aufnimmt. Frankreich und Großbritannien halten sich zurück, Polen oder Litauen wehren sich gar ganz dagegen, Quoten-Flüchtlinge aufzunehmen. Für Deutschland stellen die Hunderttausenden Flüchtlinge mittlerweile ein Problem dar: Ob im kleinen 3.000-Einwohner Dorf Hattenhofen in Baden-Württemberg, oder Karlsruhe, Leipzig, Hamburg – überall haben die Stadträte und sonstigen Verantwortlichen Probleme überhaupt noch Unterbringungsplätze für so viele zusätzliche Menschen zu finden.

Am Wochenende hatte Bundeskanzlerin Merkel aber auch davor gewarnt, dass extremistische Gruppen versuchen könnten, Vorteile aus der dramatischen Flüchtlings-Situation in der EU und Deutschland zu ergreifen.

Nicht jeder der dumme Sprüche auf Facebook postet ist ein Rassist oder Volksverhetzer

Gleichzeitig sind auch Deutschlands Ermittlungsbehörden in Alarmbereitschaft: Die in sonstigen Kriminalitätsfällen – wie Wohnungseinbrüchen – eher lethargisch und wenig erfolgreich agierende Berliner Polizei hat in einer erstaunlich schnellen Aktion einen jungen Berliner mit einem Hausdurchsuchungsbeschluss konfrontiert und seinen Computer beschlagnahmt.

Zuvor hatte er auf Facebook geschrieben, der dreijährige ertrunkene kurdische Flüchtlings-Junge, welcher an einem türkischen Stand vor wenigen Tagen gefunden worden war, sei sinngemäß ein toter Flüchtling zu wenig. So menschenverachtend solche Facebook-Postings sind, so gilt aber auch: Gerade junge Menschen – der Poster war 26 – wissen oft noch nicht, was sie tun. Nicht jeder dumme Kommentar muss aus tiefem Rassismus oder gar Volksverhetzung durchgeführt werden. Eine Demokratie ist stark genug, auch üble Schmäh-Beiträge über Flüchtlinge auszuhalten.

Dass man gleich mit angeblich drei Staatsschützern bei den Eltern des jungen Facebook-Posters auflief, scheint arg überzogen. Auch ein möglicher Presserechtsvertoß und ein möglicherweise erheblicher Persönlichkeitsverstoß mit einem möglichen Anspruch auf Schadenersatz durch die Berliner Tageszeitung BZ fällt auf. Die Zeitung der Axel Springer SE hatte am Wochenende den jungen Facebook-Poster gleich mit komplettem Foto – ohne ihn unkenntlich zu machen – veröffentlicht.

Nicht klar ist zudem: Wer weiß überhaupt, wer hier jetzt alles als Flüchtling jetzt nach Deutschland kommt? Es könnten durchaus auch versteckte Isis-Kämpfer sein. Auch das ist eine Aufgabe für den Staatsschutz, welche drängend ist.

One comment

  1. Bist du sicher, das der IS der CIA „entglitt”? Ich gehe viel eher davon aus, dass die USA durch ihre CIA den IS gezielt auf die Reise geschickt haben.

    Eva Herrman schreibt wie wenige Andere in ihrer Analyse von einem „Plan”. Recht hat sie, denn die Migrationswelle läuft knallhart nach Plan. Doch wird es nicht Zeit, sich ernsthaft um den ganzen Plan und die wirklichen Ursachen des ununterbrochenen Stroms von „Flüchtlingen” zu kümmern? Wer steckt konkret dahinter? Wer hat den größten Nutzen? Ist es „nur” die Industrie, die billige Arbeitskräfte importiert? Oder sind es die USA, die dreist sogar die NATO instrumentalisieren? Oder ist es vllt. sogar Israel, das die USA schon lange am Nasenring führt? „Mother Merkel” jedenfalls ist es nicht. Die führt nur ihre Befehle aus.

    Die Atombombe ist out, okay. Doch bedarf es auch keiner „Weapons of Mass Destruction” mehr, einen ganzen Kontinent zu destabilisieren, als Konkurrenten auszuschalten. Heute arbeitet der clevere Kriegsherr, möglichst still und heimlich, mit „Weapons of Mass Migration”. Es gibt mehr als ein Buch zum Verfahren, z. B. dieses: „Weapons of Mass Migration. Forced Displacement, Coercion, and Foreign Policy (Cornell Studies in Security Affairs)”, http://www.amazon.de/gp/product/0801448719. Leider versteht nur, wer des Englischen mächtig ist, weil die „Qualitätsmedien” das Thema ignorieren. Dabei wird in diesem schlauen Buch schon die Einleitung vielversprechend angetextet:

    „One refugee is a novelty, ten refugees are boring and a hundred refugees are a menace.” Und was sind erst Millionen?

    Ein Rezensent: „At this moment, as I am writing, this weapon of mass migration is being used against Europe in general, and Germany in particular. Germany is the main target. Who are the perpetrators? What powers were behind the destruction of Iraq, Afghanistan, and now Syria? We all know the answer. One intended–and not accidental–result of these wars was to generate a massive migrant refugee flow and use it to swamp Germany with migrants.” Absichtlich, geplant – auch in Libyen absolut nicht zufällig, beileibe kein „bedauerlicher Fehler”, wie Obama dann mit Krokodilstränen „zugab”.

    Wen wundert’s, dass der US-amerikanische Präsident noch vor ein paar Tagen „seine Wertschätzung für die Führungsrolle der Kanzlerin im Umgang mit der Migrationskrise in Europa zum Ausdruck gebracht” hat. So jedenfalls die Verlautbarung aus dem Weißen Haus nach dem Telefonat des Friedensnobelpreisträgers mit „Mother Merkel”, in dem Obama ihr herzlich und tatsächlich „für ihren Einsatz” dankte.

    Honi soit qui mal y pense. – Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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