Skip to main content
Samstag, 10. November 2018

Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wegen Teilnahme an Sexparty 20 Jahre ins Gefängnis?

Wenn in Berlin jeder, der an einer Sexparty teilnimmt, gleich mit bis zu 48 Stunden Justiz-Gewahrsam rechnen muss, wie es jetzt dem ehemaligen IVW-Chef Dominique Strauss-Kahn in Frankreich passiert sei, berichten Medien, muss man ernsthaft an der Rechtsstaatlichkeit und der Demokratie zweifeln. Das gilt erst Recht für das in Medien spekulierte Strafmaß für die Teilnahme an einer Sexparty in Frankreich: 20 Jahre Haft.
Grund: Wenn jeder frei ist, in einem Rechtsstaat zu tun, was er möchte, solange die Rechte anderer nicht verletzt werden, sollte ja wohl auch die Teilnahme an einer Sexparty legal sein. In Berlin finden jede Woche Duzende von privaten Sexpartys statt, deutschlandweit Hunderte. Doch im Land der „Liberté“, in Frankreich, scheint man damit Probleme zu haben.

Man muss sich die Perversion der französischen Justiz-Begründung einmal näher anschauen, die zur angeblichen juristischen Festsetzung von Strauss-Kahn geführt haben soll: So argumentiert die zuständige Staatsanwältin, Strauss-Kahn hätte wissen müssen, dass es sich um Prostituierte gehandelt habe, als er in einem Hotel an einer Sexparty teilgenommen habe. Deshalb, so die Justiz, hätte er nicht teilnehmen dürfen, da er ja wohl auch hätte wissen müssen, dass die Sexparty von Vertretern einer Firma gesponsert worden sei.

Doch nicht nur das: Die überdrehte französische Richterin werfe Strauss-Kahn in ihrer Anklage alleine auf Grund seiner Sexparty-Teilnahme wohl auch „Beihilfe zur Zuhälterei“ vor, berichten Medien. Obendrein sei er auch als „Komplize bei der Veruntreuung von Betriebsvermögen oder öffentlichen Gütern“ zu führen, argumentieren französische Juristen. Das sei zumindest dann der Fall, sollte er gewusst haben, dass eine Firma die Sexparty gesponsert habe.

Eigentlich ist Prostitution legal in der EU

Ja wie einfältig müssen Staatsanwälte und Richter in Frankreich eigentlich sein, um zu solch einer fast schon dümmlichen Einschätzung und Verdächtigung zu kommen? Frankreich ist Mitglied in der Europäischen Union. In der EU ist sowohl Prostitution legal, wie die Teilnahme an einer Sexparty. In Deutschland müssen Prostituierte sogar Steuern bezahlen. Ganz abgesehen davon: Dann müssten auch zahlreiche deutsche Vorstände wegen Beihilfe zur Zuhälterei oder wegen „Veruntreuung von Betriebsvermögen“ in den Knast.

Es stellt sich aber auch die Frage: Woher soll bitte schön der Laie wissen, dass er illegales tut, wenn er auf Einladung von Dritten mit Prostituierten verkehrt??? Man kann es drehen und wenden wie man will: Es bleibt der Eindruck, dass hier eine fanatische Staatsanwaltschaft unter Beihilfe einer fanatischen Richterin in einem Akt puren Vernichtungswillens einen etablierten Politiker und Finanzexperten zu Fall bringen möchte. Mit Rechtschaffenheit hat das nichts mehr zu tun, sondern mit einem Scharfrichtertum, das in einer Demokratie nichts zu suchen hat. Politisch profitiert nur einer von dieser Lynchjustiz: Der amtierende konservative Präsident Nicolas Sarkozy. Denn Strauss-Kahn gehört der Partei an, die Sarkozy herausfordert: Den Sozialisten.

Werde Strauss-Kahn wirklich wegen „Beihilfe zur Zuhälterei“ verurteilt, drohten ihm zwischen sieben und 20 Jahren Gefängnis, lassen sich Juristen in Medien zitieren. Für „Missbrauch öffentlicher Güter“ könnten bis zu fünf Jahre Haft im Urteil stehen. Frankreich das Land der Liebe? Wohl eher nicht.
Foto: kriegsberichterstattung.com



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Dienstag, 30. Oktober 2018

Berlin

Historischer Rücktritt Kanzlerin Dr. Angela Merkel im Wortlaut

Es war ein historischer Moment einer Deutschen, die 13 Jahre lang Deutschland als Kanzlerin führte: Jener Montag der 29. Oktober 2018 als Dr. Angela Merkel in Berlin ihren Rückzug als Kanzlerin im Jahr 2021 bekannt gab. Und ihren Rücktritt als Vorsitzende der CDU. Merkel, die eine unglaubliche fast schon märchenhafte Karriere hinlegte, möchte nicht mehr. Aufgewachsen ist sie in der […]

Donnerstag, 12. April 2018

Razzia beim Trump-Anwalt: Wie das FBI in seiner Hexenjagd auf Trump den Rechtsstaat zerstört

Kommentar – Es ist schon unglaublich,wie fachlich unwissend, flach und teils sogar falsch Deutschlands, aber auch die sonstigen weltweiten Massenmedien, über die aktuelle Razza bei einem Rechtsanwalt des US-Präsidenten Donald Trump, bei Michael Cohen, berichten. Sie schwafeln davon, wonach die amerikanische Bundespolizei FBI wegen Trump eine Razzia bei seinem Anwalt gemacht habe. Ganz so, als ob die Razzia wegen Trump […]

Mittwoch, 03. Januar 2018

Wie viel Politik darf Polizei mit Anzeige gegen Beatrix von Storch machen?

Kommentar – Es klingt ja sensationslüstern: „Polizei zeigt AfD-Vize von Storch an – Anzeigen auch gegen Weidel“. Das schreiben derzeit Hunderte deutsche Massenmedien genüsslich. Darunter ist auch der öffentlich-rechtliche Rundfunksender MDR, welcher die genannte Schlagzeile exakt so in seinem gebührenfinanzierten Nachrichtenportal MDR.de veröffentlichte. Mit MDR.de macht der ostdeutsche Sender den Lokalmedien seit Jahren zunehmend Konkurrenz. Dabei profitiert der krawalligste deutsche […]

Sonntag, 24. Dezember 2017

Die Christian Lindner Sackgasse im Merkel-Reich

Kommentar – Christian Lindner, der FDP-Vorsitzende, kann gut aussehen. Wir denken nur an das ungewöhnliche Wahlplakat des Mannes, wie er in sich versunken im smarten Hemd nicht etwa den Wähler, seinen Auftraggeber anschaut, sondern gen Boden schweift. Sein Blick gleitet auf dem Wahlplakat, das von Stuttgart bis Berlin metergroß an diversen Wänden klebte, etwas narzisstisch gen Nirgendwo. Damals, kurz vor […]

Dienstag, 19. Dezember 2017

Sachsens Nazi-Panzer den man gegen Demonstranten einsetzen wollte am Pranger: Der Survivor R

Kommentar – Sachsen ist in vielerlei Hinsicht Deutschlands außergewöhnlichstes Bundesland wenn es im Produzieren von Negativmeldungen geht: Nirgends wurden Flüchtlinge so beschimpft, wie in Sachsen. [1, 2, 3] Zudem gründete sich in Sachsen eine Partei, welche auf Grund ihrer wenig weltoffenen und teils ins Fanatische abgleitenden völkischen Auffassung weltweit für Schlagzeilen sorgte: Pegida vom Pegida Förderverein e.V. in Dresden und Legida […]

Freitag, 10. November 2017

Saudi-Arabien gleitet in Terrorstaat ab unter Diktatoren-Sohn Mohammed bin Salman

Kommentar – Die ganze angebliche Anti-Korruptionswelle in Saudi-Arabien klingt zu gut, als dass wir sie glauben möchten. Deswegen möchten wir nicht dem geschickt inszenierten Saubermann-Image des herrschenden saudischen Diktators Salman bin Abdulaziz Al Saud, des 81-jährigen „König von Saudi-Arabien, Hüter der beiden Heiligen Moscheen“ folgen. Der Grund liegt auf der Hand: Schaut man sich die saudische Politik der vergangenen Jahre, […]