In einer Pro7-Kriegskomödie machten sich am Montag den 9. April 2012 Schauspieler über deutsche Soldaten der Bundeswehr lustig. Es ging auch um Biergelage. Die Soldaten – so empfinden es viele Betroffene – würden unter anderem als etwas dümmliche Saufkumpanen hingestellt. Darüber ärgern sich die deutschen Soldaten aus der Bundeswehr zu Recht und riefen schon im Vorfeld zum Boykott dieses Filmes auf.

Der Film auf Pro7 ist aber nur die Spitze des Eisbergs einer dekadenten Arroganz von vielen in Deutschland, die meinen, im Zenit einer industriellen Hochkultur, bräuchte man nicht einmal mehr eine Verteidigungsarmee. Diesen Hochmut haben schon viele Völker in der Geschichte teuer bezahlt. Rom ist deshalb untergegangen.

Deutschland braucht die Bundeswehr

Deutschland braucht die Bundeswehr – auch wenn die Politik gerne so tut, als brauche die Bundeswehr Deutschland. Ein Land ist nur dann frei, wenn es seine Freiheit verteidigen kann. Deshalb ist der Soldatenberuf in einer Verteidigungsarmee ein ehrenvoller Beruf, ein wichtiger Beruf, einer dem Respekt gegenüber gezollt gehört.

Es ist skandalös, wenn deutsche Politiker uns allen Ernstes weismachen möchten, gerade einmal 170.000 Soldaten wären ausreichend, um eines der reichsten Länder dieser Welt mit über 80 Mio. Bürgern schützen zu können. Bei 12.000 Gemeinden wären das gerade einmal 14 Soldaten je Ort in Deutschland.

Politiker sind nicht wichtiger als viele andere Berufe in Deutschland

Auch wenn einige Politiker gerne so tun, als seien sie das wichtigste im Land: Dem ist nicht so. Es gibt viele Berufe, die mindestens so wichtig sind, wie der Politiker-Beruf – der Soldatenjob gehört auf jeden Fall dazu. Nur: Im Gegensatz zu den Bundespolitikern, erst Recht den EU-Politikern, kann ein Soldat kein steuerlich begünstigtes Vermögen anhäufen – nicht wenige Politiker hingegen schon.

So werden beispielsweise Abgeordnete im Brüsseler EU-Parlament schon nach einer Legislaturperiode – also nach knapp fünf Jahren – so gut wie Euro-Millionäre. Zumindest nach dem Bruttogeld zu urteilen. Bezahlen tun dies die Steuerzahler. Ein Soldat schiebt für dieses Geld sein Leben lang Wache, sitzt eingeengt im Panzer, sitzt in Kasernen am Schreibtisch, setzt sein Leben in Afghanistan oder sonst wo aufs Spiel, seine Gesundheit, seine äußere Unversehrtheit.

Unsere Bundespolitiker fliegen Businessklasse von Berlin nach Frankfurt, Brüssel, Salzburg, München. Unsere Soldaten schwitzen derweil in Afghanistan um ihr Leben. 39 wurden nur in den vergangenen paar Jahren bei Auslandseinsätzen getötet, von Terroristen ermordet.

Sie verdienen mehr Respekt, als hohles Gewäsch im Bundestag. Wo finden wir die Namen der toten Helden, die für unsere Sicherheit gestorben sind? Jeder Bundespräsident, jeder Bundesverteidigungsminister, der geht, wird mit großspurigen militärischen Ehren, einem Zapfenstreich, entlassen.

Wer gedenkt unserer toten Soldaten?

Unsere im Ausland gefallenen toten Soldaten landen auf dem Friedhof in Lüneburg, Offenburg, Flensburg, Garmisch Partenkirchen. Sie werden mehr oder weniger anonym begraben, von ihren trauernden Kameraden, ihren Freunden, der Familie auf ihrem letzten Weg begleitet. Viele in der Politik haben dabei zu oft nur eines im Sinn: Schnell den Mantel des Vergessens über diese Toten.

Dabei gehört all den toten Soldaten jährlich mindestens ein Zapfenstreich gespielt – vor der deutschen Öffentlichkeit. Ohne den Mut der Soldaten in unserer Verteidigungsarmee, ihre Tapferkeit, ihre Bereitschaft ihr Leben für Deutschlands Sicherheit zu lassen, gibt es kein freies Land, gibt es keine Demokratie.

Es zeugt nicht nur von wenig Geschmack, sich in einer TV-Komödie über Deutschlands Soldaten im Ausland lustig zu machen, sondern es gehört auch eine gewisse bedrückende Ignoranz der Welt gegenüber dazu. Dabei sagt keiner, es wäre Vorsatz, sondern es ist einfach nur eine gewisse Fahrlässigkeit im Umgang mit todernsten Themen, in die Deutschlands längst verwickelt ist.

Sollte der große Iran-Krieg kommen, den Israel, aber auch Kräfte in den USA, ja sogar manche Politiker in Deutschland anstreben, auch ein Syrien-Krieg, werden unsere Politiker, die diesen Krieg befeuern, nicht jene sein, die dann auch an vorderster Front im Krieg ihr Leben einsetzen. Es werden möglicherweise unsere Soldaten sein.

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