Skip to main content
Samstag, 22. September 2018

Syrien: Terroristische Gruppen sprengen in Damaskus mit Bomben 70 Menschen in die Luft

Terroristische Gruppen, die den Friedensprozess in Syrien behindern möchten, sprengten in einem Akt brutalster menschenverachtender Gewalt in Syriens Hauptstadt Damaskus mit mehreren Bombenanschlägen 70 Menschen in die Luft und töteten sie. Zahlreiche Menschen wurden zum teil schwer verletzt.

Dabei ist ihre Aktion durchsichtig: Die syrischen terroristischen Gruppen möchten den von der UNO gestarteten Friedensprozess behindern. Derzeit befinden sich rund 30 UNO-Blauhelme in Syrien. Ihre Zahl soll auf 300 aufgestockt werden.

Das Viertel in Damaskus, in dem die terroristischen Bombenanschläge passierten, ist in großen Teilen komplett zerstört. Autos sind verbrannt, Häuser unbewohnbar. Der terroristische Anschlag geschah direkt vor den Augen des Leiters der UNO-Blauhelme.

Wie pervers auch die syrische Opposition sich derzeit und auch schon seit Beginn der „Revolution“ benimmt, lässt sich daran ablesen, dass sie der Regierung unterstellt, diese hätte bewusst in ihrer eigenen Hauptstadt diesen Bombenanschlag verübt.

Opposition macht kräftig Kriegspropaganda

Dabei ist recht offensichtlich: Nutzen aus diesen Terroranschlägen zieht nur die Opposition sowie die sich selbst großspurig als „Nationaler Übergangsrat (SNC)“ bezeichnende Ansammlung von tatsächlichen Demokraten, aber auch terroristischen Gruppen und Tausenden illegalen Söldnern, die möglicherweise auch über die türkische Grenze nach Syrien gebracht wurden – und nach Schätzung zahlreicher Beobachter vom Ausland finanziert werden dürften.

Dabei fallen Namen wie Frankreich oder Qatar. Qatar ist auch Mehrheitsaktionär an dem arabischen TV-Sender „Al Jazeera“, der wesentlich dazu beigetragen hat, dass die arabischen Revolutionen in Ägypten, Tunesien oder Libyen sich entfesseln konnten – teils auch gewaltsam.

Neben der syrischen Opposition bedient sich auch der oftmals wenig seriös agierende syrische „Nationale Übergangsrat“ klassischer Kriegspropaganda-Phrasen. So behauptete er angesichts der terroristischen Bombenanschläge in Damaskus völlig willkürlich, diese wendeten sich ausschließlich gegen die UNO und die Blauhelme.

Deshalb wollten „die Syrer, dass die UN-Beobachter die Wahrheit ans Licht“ brächten. „Außer dem Regime“ profitiere „niemand davon, wenn die internationalen Beobachter bedroht werden“. Aha. Nur: Es wurden ja nicht UN-Beobachter bedroht, sondern die Terroranschläge richteten sich gegen die Bevölkerung von Damaskus und sollen ganz offensichtlich Chaos verbreiten.

Von Augenzeugen und Bomben

Ein Augenzeuge wird in Nachrichtenagenturen denn auch mit folgenden Worten zitiert: „Vor zwei Tagen tauchten in einem Viertel in Daraa Scharfschützen auf den Dächern auf. Die Aktivisten vor Ort informierten daraufhin die UN-Beobachter, die am Mittwoch dann auch anrückten. In dem Viertel, in dem die Scharfschützen waren, kam es dann zu einem Angriff der Deserteure der Freien Syrischen Armee auf ein Fahrzeug mit Soldaten der Regierungstruppen. Doch mit dem Sprengsatz, der in der Nähe einer Straßensperre detonierte, als die UN-Beobachter vorbeifuhren, hatten die Deserteure nichts zu tun.“
Nachprüfen lasse sich das nicht, so die Nachrichtenagentur. Das stimmt. Doch: Vor allem ist es nicht logisch, warum die „Deserteure“ zwar Soldaten der Regierung angriffen und töteten (wie das seit Monaten geschieht), dann aber plötzlich mit den Bombenanschlägen wieder nichts zu tun haben sollten.

Dabei ist klar: Von Chaos und Terror profitieren eindeutig die Opposition sowie der heuchlerische „Nationale Übergangsrat“. Beide Gruppierungen haben nur ein Ziel, das sie auch immer wieder fordern: Dass das westliche Kriegsbündnis NATO wie in Libyen im Jahr 2011 militärisch eingreift, Tausende Assad-Anhänger umbringt und die dubiose „Opposition“ an die Macht bombt. Sie fordert bereits seit Monaten Zugriff auf das syrische Öl und damit auf den Landes-Reichtum. In Syrien besteht eine hohe Arbeitslosigkeit, wie in zahlreichen arabischen Staaten.

Die aktuellen terroristischen Bombenanschläge in Damaskus haben um die 200 Autos beschädigt. Gut 100 seien ausgebrannt. Dass es sich um terroristische Gruppen handelt, die den Friedens- und Demokratieprozess in Syrien aufhalten möchten, davon ist auch der Präsident des syrischen Regimes, Baschar al-Assad, überzeugt. So spricht die Regierung von „islamischen Terroristen“, die hinter den Bombenanschlägen stünden.

Erst am Montag gab es in Syrien die erste demokratische Parlamentswahl. Sie wird vom derzeitigen Regime als Meilenstein „auf dem Weg zur Demokratie“ gepriesen. Bislang wurden allerdings noch keine Ergebnisse veröffentlicht. Assad erklärte jedoch bereits, dass er damit leben könne, wenn seine „Einheitspartei“ die Mehrheit im Parlament verliere.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Donnerstag, 13. September 2018

NATO

Naturwissenschaftler lehnen deutsche Kriegsbeteiligung in Syrien ab

NaturwissenschaftlerInnen in dem Berliner privaten Friedensbündnis „Abrüsten statt aufrüsten“ schicken uns eine Presseerklärung zum Syrienkrieg, die wir hier veröffentlichten. Demnach fordere man umgehend die Einstellung der seit 2011 anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen. Der aktuelle Krieg in Syrien steht im Glied einer langen Reihe brutaler Kampfhandlungen dort. Denn seit 2000 Jahren gibt es hier regelmäßig kriegerische Auseinandersetzungen. Schon vor 2000 Jahren waren […]

Sonntag, 08. Juli 2018

Palästina, Israel

Hamas und Abas-Regierung sollen auf friedliche Demonstranten eingedroschen haben

Bereits Ende Juni veröffentlichte die deutsche Amnesty International-Sektion in Köln einen Bericht über ein angeblich massives Vorgehen bis hin zu Misshandlungen gegen Palästinenser. Dieses Mal aber nicht durch israelisches Militär, sondern unter anderem durch die palästinensische Hamas-Partei selber. Der Bericht stützt sich auf eine englischsprachige Version (1; vgl. zudem Fußnotenverweis 2). Das pazifistische Portal kriegsberichterstattung.com kann den AI-Bericht nicht verifizieren. […]

Mittwoch, 13. Juni 2018

Nasa Embera Chamí

Indigene Gemeinschaft in Kolumbien mit Waffen bedroht und vertrieben

AI, Kolumbien – Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens seien, teilt Amnesty International in einer Urgent Action mit, aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor sei am 8. Juni 2018 ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Dies zeige einmal mehr, dass die Menschen dort dringend mehr […]

Donnerstag, 10. Mai 2018

Morde in Kolumbien wegen Staudammprojekt

Hugo Albeiro George Pérez neues Opfer

Kolumbien – Amnesty International (AI) weist in einer Urgent Agent darauf hin, dass in dem lateinamerikanischen Staat Kolumbien Umweltschützer massiv bedroht, eingeschüchtert, ja sogar ermordet würden. So sei ein Mitglied der Bewegung Ríos Vivos (Lebende Flüsse) am 2. Mai getötet worden. Das sei jener Tag, an welchem die Gruppe einen ganztägigen Protestmarsch gegen das Hidroituango-Staudammprojekt im Departamento Antioquia veranstaltet habe. Mitglieder der […]

Montag, 30. April 2018

Israel ermordete 39 Palästinenser: Amnesty fordert exzessive Gewalt umgehend einzustellen

Die international größte Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) fordert in einer dringlichen Presseerklärung, dass Israel seine ‚exzessive Gewalt‘ gegen Palästinenser umgehend einstellen solle. Wir zitieren aus der Presserklärung: „Während am Freitag, dem 13. April 2018 die Proteste aufs Neue begannen, erklärte Amnesty International, dass die israelischen Behörden der Anwendung von übermäßiger und tödlicher Gewalt zur Unterdrückung palästinensischer Demonstrationen im Gazastreifen ein […]

Samstag, 14. April 2018

Bomben auf Syrien +++ Der schmutzige Krieg der USA, Frankreichs und Großbritanniens

Kommentar – Es gehört seit Jahrhunderten zum strategischen Repertoire ehemaliger westlichen Kolonialstaaten wie den USA, Frankreichs oder Großbritanniens, die Geschichte immer so umzuschreiben, dass man selbst mit einer angeblich sauberen Weste dasteht. Ganz nach dem Motto: Die Geschichte schreibt immer der Sieger. Das ist auch beispielsweise mit den Deutschbalten so. 1917, im Zuge der Russischen Revolution, die als „Februarrevolution 1917“ […]