Skip to main content
Montag, 10. August 2020

Neonazis Hamburg: Brennende Barrikaden der linksradikalen Autonomen / 63 Festnahmen?

Angesichts der tausenden Medienveröffentlichungen rund um Rechtsradikalen-Terror dachte man schon, es gäbe sie gar nicht mehr: Die Linksradikalen, die sich gerne als linksautonome Szene verstehen und Hamburg früher regelmäßig kriegsähnliche Schlachten lieferten. Jetzt wars wieder so weit: Rund 10.000 friedliche Demonstranten engagierten sich gegen Neonazis in einer Demo – bis die Linksradikalen in ihren schwarzen Klamotten anrückten und auf Stunk aus waren. Sie verwandelten innerhalb kürzester Zeit den spießbürgerlichen Stadtteil Wandsbek in eine Katastrophengebiet.

Bürgermeister Olaf Scholz von der SPD soll empört und geschockt reagiert haben. Kurz bevor Straßenzüge in Hamburg-Wandsbek von den Linksradikalen in Höllenfeuer verwandelt wurden, hatte Scholz noch eine schöne Rede für Freiheit, Liberalität, Verständnis füreinander und ein Miteinander der Kulturen geführt.

Die Polizei rückte in Dutzenden Mannschaftswagen an, die sie eigentlich für die Rechtsextremen, für die Nazis, reserviert hatte. Seit Jahren schon gab es außer ein paar saufenden Punks in Hamburg nichts so gewalttätiges Autonomes mehr, wie jetzt. Früher waren die Linksradikalen, die Links-Autonomen, die Hafenstraßen-Besetzer, die Outlaws, Gesetzeslosen. Sie stahlen Strom und besetzten Häuser und verwandelten so manches mal die Hamburger Hafenstraße an den Landungsbrücken in ein Kriegsgebiet. Sie lehnten alles ab, was Staat war, Recht und Gesetz oder bürgerliche Werte. Dann gabs regelmäßig zum ersten Mai gewalttätige Ausschreitungen beispielsweise im Schanzenvierte. Und nun Wandsbek.

Zahlreiche Demonstranten, die bis vor dem Eintreffen der Linksextremen noch weiße Friedensplakate mit den Aufschriften „Hamburger Muslime. Für friedliches Miteinander. Gegen Gewalt“ trugen, ließen stehenden Fußes ihre Demonstrations-Plakate fallen und rannten davon, um den Linksextremen zu entkommen. Für viele war es zu spät: Von allen Ecken zuckten Feuerpfeile von den brennenden Barrikaden, die die linksradikalen Chaoten und Aufständler fluchs errichtet hatten. Auch sollen Polizeiautos angezündet worden sein, was aber noch nicht offiziell bestätigt wurde.

Insgeheim dürften sich schon viele Hamburger gedacht haben, die Rechtsextremen würden für Gewalt an diesem Samstag sorgen. Und dann warens doch die Linksradikalen, die autonome Szene von Hamburg.

Teile von Wandsbek seien verwüstet worden, zog die Polizei bislang Bilanz. Die riesigen lodernden Feuer konnten sich aus typischem Barrikaden-Müll und umgekippten Mülleimern nähren. Erst als die Feuerwehr anrückte und die Polizei ihren riesigen Wasserwerfern „Wasser marsch“ befahl, konnten die linksautonomen Chaoten zurückgedrängt werden.

Die Polizei teilte mit, es gäbe unter ihren 38 verletzte Polizisten, da sie mit Böllern und Steinen beworfen worden seien. Auch wenn die Kesselnahme von Demonstranten verfassungsrechtlich verboten ist – der Hamburger Kessel vor gut 20 Jahren ging in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ein – bildete die Polizei angeblich doch wieder einen Kessel und kreiste damit die Linksautonomen ein. Ob das wirklich geschah, konnte bislang nicht verifiziert werden.

Wenn es aber der Fall war: Dann werden es die Richter im Falle von rechtlichen Auseinandersetzungen nicht einfach haben. Denn einerseits wollte die Polizei damit wahrscheinlich eine Kollision von Linksextremen und Rechtsextremen vermeiden, auf der anderen Seite gibt es das Gut der Freiheit. Das heißt: Eine Einkesselung ist ein verbotener Freiheitsentzug. Es heißt, die Polizei habe gigantische 500 bis 700 Teilnehmer vorübergehend „in Gewahrsam genommen“. Es seien Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs eingeleitet worden. Darunter seien auch Sitzblockaden-Demonstranten. Festnahmen habe es wohl bislang 19 gegeben.

Auch dieser Artikel könnte Sie interessieren: Hamburger Demo Bunt gegen Rechts: Hunderte Linksautonome verletzen laut Gewerkschaft 38 Polizisten, brennen 14 Autos ab



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Samstag, 01. August 2020

Anti-Korruptions Demonstrationen

Amnesty International fordert Palästinensische Aktivisten müssen von Behörden in Ramallah freigelassen werden.

Am 19. Juli 2020 nahmen die im Westjordanland stationierten palästinensischen Streitkräfte in der Stadt Ramallah 19 Aktivisten fest, die friedlich gegen die Korruption im Land protestierten. Dies teilte nun Amnesty International Deutschland mit und schreibt: „Während drei von ihnen wieder freigelassen wurden, wurden 16 angeklagt, zehn von ihnen befinden sich weiterhin in Haft“. Alle zehn Palästinenser sind aus Protest gegen […]

Montag, 29. Juni 2020

Türkei

Urlaub für 32 Euro im 5-Sterne Hotel mit Corona Prüfsiegel des TÜV sowie Nebenwirkungen

Zahlreiche Reise-Start-Ups stehen wegen der Corona-Krise mit dem Rücken zur Wand, vielen droht der Ruin – auch unter den großen Reiseanbietern. Nach wie vor sehr günstig ist die Türkei. Doch das hat seine Schattenseiten. Denn Millionen Bürger aus Europa meiden seit Jahren die Türkei als Tourismusgebiet, da willkürliche Verhaftungen drohen. Vor allem wenn jemand in Social Media seine Sympathien mit […]

Samstag, 14. März 2020

Russland Grenze

Gemeinsame Erklärung zum NATO-Manöver «Defender 2020»

Uns erreichte am Wochenende die folgende Mitteilung, die sich gegen NATO-Manöver an der russischen Grenze wendet: «Mit großer Sorge» sähen «zivilgesellschaftliche Organisationen und Personen, die sich im demokratischen Sinn als außerparlamentarische Opposition in Deutschland» verstünden, «die großen militärischen Mobilmachungen zu einem Militärmanöver mit dem irreführenden Namen ‘Defender Europe 2020’ an der Grenze zu Russland». Dieses Manöver sei «nach unserer Ansicht […]

Samstag, 28. Dezember 2019

Gegen US-Strafverfolgung

Brief an Journalist Julian Assange von NoWar2019

Die vierte Jahreskonferenz der NGO-Organisation «World BEYOND War» (worldbeyondwar.org), hat bereits am 4. und 5. Oktober 2019 in Limerick, Irland, einen Brief verfasst, welcher die US-Strafverfolgung des Journalisten und Verlegers Julian Assange massiv kritisiert. Wir haben diesen Brief aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und geben ihn euch hier zur Kenntnis: „Wir sind Ihnen dankbar für die Arbeit, die Sie […]

Freitag, 11. Oktober 2019

Menschenrechte

Kasachstan lässt Serikzhan Bilasham frei: Er darf China aber nicht mehr kritisieren

Egal ob in entlegensten Ortschaften in Afrika oder eben im russischen Nachbarland Kasachstan: China ist überall und macht überall Geschäfte. Das hat nun auch Serikzhan Bilasham zu spüren gekommen. Er war verhaftet worden, da er öffentlich zu laut in Kasachstan die mangelnden Menschenrechte in China anprangerte. Fünf lange Monate hielt man den Menschenrechtler per «Hausarrest» in einem anonymen Haus im […]

Freitag, 06. September 2019

Vertreiber

Diktator Robert Mugabe, Schlächter der Weißen, ist in Simbabwe mit 95 gestorben

Simbabwes Diktator, Robert Mugabe, ist tot. Er starb mit 95 Jahren in seinem Heimatland. Er galt für viele Schwarze als Ikone des Freiheitskampfes. So war er einer von Hunderttausenden, die vor allem in den 1970er Jahren für die Unabhängigkeit Simbabwes von der brutalen Kolonialmacht Großbritannien kämpften. Erst 1980 konnte das Ziel erreicht werden und Simbabwe erlangte seine Unabhängigkeit. Simbabwe liegt […]

Translate »