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Mittwoch, 19. September 2018

Hamburg Autonome: Linksradikale mit Feuerwand gegen Neonazis

Und es gibt sie doch noch: Hamburgs Linksradikale, freundlicher umschrieben als Links-Autonome. Sie brachten heute eine Demonstration von 10.000 friedlichen Demonstranten gegen Rechts und gegen Nazis und Neonazis in Hamburg gehörig durcheinander. Plötzlich knallten die Chaoten, deren Markenzeigen bunte Fetzenklamotten und schwarze Stiefel sind, Barrikaden im Stadtteil Wandsbek meterhoch in Straßen aufeinander, zündeten sie an. Eine Feuerwand war zwischen Links und Rechts, zwischen Linksradikalen und Rechtsradikalen.

Meterhohe Feuerzungen schossen in die Höhe. Rund 3.500 Demonstranten aus der links-autonomen Szene hatten sich zunächst in Sitzblockaden den rund 500 bis 700 rechtsradikalen Neofaschisten in den Weg gesetzt, wollten nicht weichen. Doch eine Demokratie ist keine Demokratie, wenn sie nicht auch für unterschiedlichste Weltbilder Raum schafft.Deshalb löste die Polizei schließlich die Sitzblockade auf, es kam zu Auseinandersetzungen. 38 Polizisten sind von den gewaltbereiten Tätern, die nach Auskunft der Polizei der linksradikalen Antifaschisten-Fraktion angehören, verletzt worden – durch Böller und Steinwürfe. Der Randalier-Terror – er ist wieder da.

In Hamburg kannte man das schon aus Tagen der Hafenstraße. Auch damals, vor 25 Jahren, zerstörten die Linksautonomen vieles, was ihnen nicht in den Kram passte. 19 der linksautonomen radikalen Gewalttäter wurden an diesem Wochende festgenommen. Gegen sie wird wegen Landfriedensbruch, auch wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, ermittelt.

Dabei war gerade das Motto der 10.000 Demonstranten in Hamburg ein friedliches „Farbe bekennen“. Damit wollte man sich für eine offene, tolerante und auch multikulturelle Gesellschaft einsetzen. Mittlerweile sind zwar die in Hamburg angereisten Neonazis wieder abgereist, doch der Schock – er sitzt den Hamburgern noch tief in den Knochen. Die sonst so liberale Stadt – sie ist immer noch auch Heimat von nicht Liberalen. Offen brachen die politischen Konflikte zwischen Rechtsradikalen und Linksradikalen wieder auf. Hamburg leckt nun seine Wunden und fragt sich unter Schock: Was ging da schief in der heilen Demonstrationswelt die für Multikultur und ein friedliches Miteinander stand?

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Kommentare (2)


Wahrheit?! 2. Juni 2012 um 23:46

Ich ab selten so ein unkorrektes schlechtes und politisch motiviertes Artikel gelesen!
Keine nationalsozialistischen Kraftausdrücke bitte.

Antworten

Brigitte 3. Juni 2012 um 23:19

Der Artikel ist schon fast Propaganda von rechts. Ich bin um die Fünfzig und ganz bestimmt nicht linksradikal. Ich sehe es aber als meine persönliche Pflicht für Demokratie und damit auch für Menschen anderer Hautfarbe oder Herkunft, die seit Jahren in HH leben, auf die Straße zu gehen gegen Nazis mit hirnlosem Geschwätz. Diese Herschaften werden hofiert, auch auf Staatskosten – gefahren mit Sonderzügen und sicher geleitet in Woimmerdieauchherkommen von Deutscher Polizei. Einer Polizei, die selbst Todesopfer durch Rechtsextreme zu verzeichnen haben und ihrerseits jetzt Nazis verteidigen müssen. Nein – ich bin nicht zu den Flowerpower-Familienevent-Musikevent auf dem Rathausmarkt gegangen. Ich habe den unbequemeren Weg gesucht, nämlich dorthin, wohin man Nazis durch enge Wohnstraßen geleitet hat, Meter für Meter die Blockaden aufgeräumt hat. Für Wasserwerfer bin ich schon zu alt, vielleicht habe ich den Mut nicht mehr dazu, aber die vergaste Luft haben wir alle zu spüren bekommen und die Beklemmung, in den engen Strassen eingesperrt zu werden, von Polizeibeamten weitergedrückt zu werden, über Büsche und Hecken und an Häuserwänden. Das ist genauso wenig schön gewesen, wie brennende Mülltonnen usw., aber meine Gefühle gegenüber der Polizei waren einfach, daß links geprügelt und teilweise völlig unangemessen agiert wurde, um den Nazis zu schützen. Eine Demokratie sieht irgendwie anders aus. Diesen Aufmarsch in dieser Form hätte es nicht geben dürfen.

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