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Dienstag, 11. Dezember 2018

Hells Angels: Suche nach Leiche des Türken in Lagerhalle in Kiel ruht

Seit zwei Wochen suchen die Kieler Staatsanwaltschaft sowie die Polizei bei Kiel in einer Lagerhalle nach der Leiche oder Leichenteilen eines verschwundenen Türken. Man nimmt an, er wurde ermordet, möglicherweise von Mitgliedern des Kieler Motorradclubs der Hells Angels. Doch bislang wurde nichts gefunden. Nun ruhen die seit Tagen dauernden Ausgrabungen im Betonboden der Lagerhalle. Grund: Es wird befürchtet, dass die ganze Lagerhalle einstürzen könnte.

Die Staatsanwaltschaft Kiel sowie die Kriminalpolizei vermuten, der Türke könnte möglicherweise auf Grund eines Konflikts rund um Drogengeschäfte von Mitgliedern des Motorradclubs Hells Angels umgebracht worden sein. Doch dafür gibt es bislang keine Beweise. Auch Razzien mit 2000 Polizisten haben bislang keine weiteren Erkenntnisse gebracht.

Doch steht der Vorwurf, Mitglieder des Kieler Motorradclubs der Hells Angels seien in die Tötung des Türken verwickelt, bislang auf wackligen Beinen. Grund: Der Kronzeuge der Staatsanwaltschaft Kiel gilt in seiner Glaubwürdigkeit als nicht gerade vorbildlich, war er doch selbst einmal Mitglied einer Hells-Angels-Gruppierung, der Gruppe 81. Außerdem teilten Gerichtsreporter mit, die Aussagen des Mannes wirkten immer wieder so, dass man sich frage: Sagt er die Wahrheit oder schwindelt er hier der Öffentlichkeit etwas vor? Zu detailgenau seien teils seine Schilderungen wenn man bedenke, dass der angenommene Mord zwei Jahre zurückliege. Das macht die Aufklärung für die Staatsanwaltschaft nicht gerade einfacher.

Als Kronzeuge sieht der nun vor Gericht stehende Angeklagte sich selbst mit zahlreichen Anklagepunkten der Staatsanwaltschaft konfrontiert. Deshalb ist der Deal: Je mehr er selbst auspackt und zur Aufklärung krimineller Delikte beiträgt, desto geringer wird sein eigenes Strafmaß. Jedenfalls sagte der Kronzeuge der Staatsanwaltschaft der verschwundene Türke, Tekin Bice, sei vor seinem Tod auf übelste Weise gefoltert worden und anschließend von drei Mitgliedern der Kieler Fraktion der Hells Angels durch Schüsse hingerichtet worden. Anschließend sei er einbetoniert worden.

Bereits seit über zwei Wochen, seit dem 24. Mai, lässt die Staatsanwaltschaft Kiel die Lagerhalle im Kieler Stadtteil Altenholz durchsuchen. Seit zwei Jahren wird der Türke vermisst. Er war selbst einmal Mitglied der Hells Angels.

Ein Polizeisprecher teilte mit, wonach nun erst einmal die baulichen Voraussetzungen in der Lagerhalle, insbesondere der Statik, geprüft würden. Man befürchte einen Einsturz. Die Sicherheit der Ausgrabungsteams müsse aber in jedem Fall gewährleistet sein. Seit Tagen hatten die Arbeiter die Lagerhalle in mühevoller Kleinstarbeit abgetragen. Dabei wurden mit einem Fräser Betonteile herausgesägt. Entsprechend schwierig und aufwendig gestaltet sich die Spurensicherung.

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