Während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft in Deutschland, in den Jahren von 1933 bis 1945, wurden im Deutschen Reich Tausende Menschen enteignet, um ihr Hab- und Gut gebracht. Eine Ausstellung der Universität Hamburg nimmt sich dieses Themas nun an. Die Nazis gingen in den seltensten Fällen rechtstaatlich vor. Die Enteignungen wurde durch Zwang, Beschlagnahme aber auch Mord durchgezogen. Am berühmtesten ist die Enteignung der Kaufhof-Gründerfamilie Tietz. Sie wurden zwar mit einem geringen Betrag ‚entschädigt‘ – aber letztlich war es Raub. Viele Familien und Firmeninhaber wurden auch gezwungen sich durch Zwangsverkäufe zu schlechtesten Verkaufspreisen von ihrem Hab und Gut zu trennen.

Doch nicht nur große Vermögen gingen so verloren, auch Bücher, ganze Bibliotheken. Sie wurden von den Nationalsozialisten zentral über ihr Propaganda-Ministerium in Berlin häufig anderen Bibliotheken, beispielsweise in Berlin, zugewiesen. Häufig kauften die Bibliotheken oder Antiquariate aber auch gerne zu günstigen Konditionen solche Buchbestände auf.

Nun macht die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky in einer Ausstellung im Lichthof im Altbau (Edmund-Siemers-Allee / Ecke Grindelallee) auf die Umstände solcher Enteignungen, besonders im Buchbereich, aufmerksam. Die Ausstellung ist Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 21 Uhr geöffnet sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 21 Uhr.

Allerdings gibt die Bibliothek auch selber zu, dass es ihr ein Anliegen sei, eigene Bücher, deren Herkunft unbekannt oder „bedenklich“ sei, ihren Eigentümern und Erben zurückzugeben. LESEN:

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