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Donnerstag, 26. November 2020

Prozess, Alfamir Castillo

Schüsse auf Aktivistin in Kolumbien wegen Armee-Mordvorwürfen

Bild: pixabay.com | Pixabay License. Freie kommerzielle Nutzung Kein Bildnachweis nötig.
Seit 40 Jahren tobt in Kolumbien ein erbitteter Bürgerkrieg. Hier die Stadt Cartagena De Indias.

Am 11. Januar 2019 hätten zwei Unbekannte in der Gemeinde Pradera im Süden von Kolumbien auf das Auto der Aktivistin Alfamir Castillo geschossen. Der Täter habe von einem Motorrad aus geschossen. Das berichtet nun Amnesty International Deutschland. Das Anschlags-Opfer sei in Begleitung ihres Mannes und zweier LeibwächterInnen gewesen, welche von der „Behörde für Schutzmaßnahmen“, der „Unidad Nacional de Protección“ gestellt würden.

Doch trotz der Schüsse sei die Aktivistin Alfamir Castillo unverletzt geblieben, ebenso ihre Begleiter, so AI. Alfamir Castillo werde „seit Jahren immer wieder bedroht und angegriffen, weil sie Gerechtigkeit für den Tod ihres Sohnes“ fordere.

Darbey (Davey) Mosquera Castillo sei 2008 „von Angehörigen der kolumbianischen Armee außergerichtlich hingerichtet“ worden, so Amnesty International in einer aktuellen Urgent Action-Mitteilung.

Die außergerichtliche Hinrichtung sei Teil des sogenannten „Falsos Positivos“-Skandals gewesen, bei dem Angehörige der kolumbianischen Streitkräfte rechtswidrig Zivilpersonen getötet hätten, „um Belohnungen zu erhalten“.

Sieben Angehörige der kolumbianischen Streitkräfte seien wegen dieser außergerichtlichen Hinrichtungen mittlerweile zu mehr als 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Alfamir Castillo habe am 10. und 11. Januar 2019, kurz vor dem Anschlag, zwei Morddrohungen erhalten. Darin habe man ihr gedroht, dass die Schutzmaßnahmen sie nicht schützen würden.

Auch einige Monate zuvor, am 15. Oktober 2018, habe Castillo eine Morddrohung auf ihrem Telefon erhalten, schreibt Amnesty International. Die Aktivistin ist aber nur eine von Tausenden Menschen, die täglich um ihr Leben in Kolumbien fürchten müssen.

Hintergrund

Alfamir Castillos Sohn Darbey Mosquera Castillo wurde am 8. Februar 2008 von Angehörigen des 57. Bataillons zur Guerillabekämpfung „Martíres de Puerres“ der „VIII. Brigade der kolumbianischen Streitkräfte“ ermordet.

Diese außergerichtliche Hinrichtung sei, so AI, Teil des sogenannten „Falsos Positivos“-Skandals gewesen, bei dem Angehörige der kolumbianischen Streitkräfte rechtswidrig Zivilpersonen getötet hätten.

Man habe die Ermordeten als „im Kampf getötete GuerillakämpferInnen“ ausgeben wollen und Belohnungen und Vergünstigungen dafür erhalten wollen.

Im Laufe des mehr als vier Jahrzehnte währenden bewaffneten Konflikts in Kolumbien hätten, berichtet Amnesty weiter, Angehörige der kolumbianischen Streitkräfte systematisch zahlreiche außergerichtliche Hinrichtungen vorgenommen.

Das Vorgehen der Sicherheitskräfte sei Teil der kolumbianischen Regierungsstrategie gewesen, deren Ziel die Bekämpfung von Aufständen gewesen sei.

  • Die Generalstaatsanwaltschaft Kolumbiens untersuche immer noch mehr als 2.000 Fälle außergerichtlicher Hinrichtungen, für welche die Sicherheitskräfte verantwortlich gemacht würden, so AI weiter.

Erst im Oktober 2012 habe die Interamerikanische Menschenrechtskommission beispielsweise Alfamir Castillo Schutzmaßnahmen gewährt, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.

Mehr unter YouTube:

Appelle an

Amnesty fordert seine Unterstützter und Unterstützerinnen auf, an folgende Institutionen freundliche aber bestimmte Briefe zu schreiben an:

Generalstaatsanwalt

Sr. Nestor Humberto Martínez

Fiscal General de la Nación

Diagonal 22B No. 52-01

Bogotá, D.C., KOLUMBIEN

(Anrede: Estimado Sr. Fiscal General / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt / Dear Attorney General)

E-Mail: contacto@fiscalia.gov.co

denuncie@fiscalia.gov.co

despacho.fiscal@fiscalia.gov.co

KOPIEN AN

Botschaft der Republik Kolumbien

S.E. Herrn Hans-Peter Knudsen

Taubenstr. 23

10117 Berlin

Fax: 030-2639 6125
E-Mail: ealemania@cancilleria.gov.co

Appelle sollten möglichst sofort geschrieben werden, so Amnesty International. Man solle in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch schreiben. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren könnten, bitte man, nach dem 26. Februar 2019 keine Appelle mehr zu verschicken.



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