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Donnerstag, 02. Januar 2020

Giftgas Befund Frankreichs zu Syrien zweifelhaft: Kriege sind Brunftzeit des Westens

Frankreich und Großbritannien behaupten, man sei sich sicher, wonach die syrische Regierung Giftgas im Kampf gegen die Terrorbrigaden der „Freie Syrischen Armee“ eingesetzt hätte. Hierfür habe man nach Untersuchungen ausreichende Erkenntnisse, behaupten beispielsweise die Sozialisten in der französischen Regierung. Deshalb wolle die französische Regierung nun Syrien angreifen. Angeblich wolle man zunächst die Giftgasanlagen bombardieren.

Neben Frankreich oder Großbritannien, behaupten auch Kreise in der UNO, man habe „hinreichende Anhaltspunkte“ auf den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien. Frankreich teilte mit, man sehe die „rote Linie überschritten“. Dennoch ist die UNO differenzierter. So teilte sie mit, dass es lediglich „möglich“ gewesen sei, wonach chemische Waffen im Krieg in Syrien zum Einsatz gekommen seien. Allerdings könne man nicht sagen, welcher Kampfstoff zum Einsatz gekommen sei. Auch wisse man nichts um das sogenannten „Abschusssystem“ oder die Täter. Bemerkenswert zudem: Man wolle nicht ausschließen, dass auch die syrischen Rebellen, beziehungsweise die Terrorbrigaden der syrischen Opposition, möglicherweise Chemiewaffen (C-Waffen mit der Substanz Sarin) eingesetzt hätten.

Eine weitere Option nennt ein Bundestagsabgeordneter, der sich aber derzeit nicht öffentlich damit zitieren lassen möchte:
Nachdem bekannt wurde, dass die türkische Militärpolizei schon vor den Bombenanschlägen auf türkischem Boden, welche über 50 Menschen das Leben kostete, davon wusste und diese aus taktischen Gründen duldete, um das politische Klima schaffen zu können, um in Syrien einzumarschieren oder eine Flugbombenzone (O-Ton Westen „Flugverbotszone“) einführen zu können, ist klar: Der Westen schreckt vor nichts mehr zurück, wenn es darum geht, seine Ziele strategisch und militärisch zu verfolgen“. Dies bedeute, so der Parlamentarier, wonach es „durchaus denkbar“ sei, „dass westliche Geheimdienste – ob aus der Türkei, Frankreich, Großbritannien, den USA oder sogar Israel – ansatzweise C-Waffen auf syrischem Boden eingesetzt“ hätten, „um dann einen Grund zu haben, um in Syrien einzumarschieren“.

Gleichzeitig mit dem Bekanntwerden des angeblichen Giftgaseinsatzes in Syrien, teilte die syrische Regierung mit, man habe die seit Tagen umkämpfte Stadt Kusseir, welche in der Nähe der libanesischen Grenze liegt, derzeit wieder unter Kontrolle. Es gibt Berichte, wonach an der Seite der syrischen Armee einige tausend Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz gegen die Terrorbrigaden der „Freien Syrischen Armee“ (FSA) gekämpft hätten. Sowohl Regierungstruppen wie FSA setzten Panzer, Raketen und Granaten ein. Wie viele Zivilisten umkamen ist bislang unbekannt.

Kommentar Giftgas Vorwürfe in Syrien: Kriege sind die Paarungszeit des Westens

Es ist ein alter Schachzug in der westlichen Kriegsführung: 500 Jahre lang war Europa ein Gebiet in dem teuflische Kräfte am Werk waren. Staaten wie Frankreich, Großbritannien, Spanien, Portugal, die Niederlande terrorisierten die Welt, indem sie ihre militärische Überlegenheit dazu benutzen, um über zwei Drittel der Welt in den Kolonialismus zu treiben. Europa beutete in rund 500 Jahren hunderte Millionen Menschen aus, versklavten Millionen Menschen, brachten Millionen Menschen um – in Afrika, Indien, Asien, Amerika.

Noch vor 60 Jahren, in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts, schlachtete die Kolonial-Terrormacht Frankreich unter Beifall Großbritanniens, 350.000 Algerier im Rahmen des Algerienkrieg ab. Algerien hatte versucht die Terrorherrschaft der Kolonialmacht Frankreichs in Algerien abzulegen.

Am Schlusspunkt der 500 Jahre teuflischen europäischen Dominanz der Welt stand schließlich das Dritte Reich Deutschlands. Dieser dunkle Weltkrieg brachte das Fass zum Überlaufen. Europa wurde in Schutt und Asche gelegt. Doch die teuflischen Kräfte sind nicht am Ende. Wo immer es geht, möchte Europa wieder seine militärische Dominanz der Welt gegenüber zeigen. Die Teufel sitzen dabei nicht nur in Ländern wie Syrien, sondern auch im Westen. Dabei warten sie darauf, dass sie endlich auch Deutschland wieder im Kreis der teuflischen Kriegskräfte begrüßen dürfen. Man möchte den Circle of War-Evil wieder schließen. Noch wehrt sich Deutschland dagegen. Doch die befreundeten Länder im Westen, in der NATO, erhöhen von Jahr zu Jahr den Druck.

Das ist nun im Syrien-Konflikt wieder so. Eine Supermacht ist der Westen, besonders die USA, nur dann, wenn man es wie im Tierreich zugeht. Die Kriege sind für den Westen das, was die Paarungszeit, die Brunftzeit, unter den Raubtieren ist: Nur wenn es richtig knallt, einer am Boden liegt, ist man sich sicher, noch die Macht in den Händen zu halten. Syrien, Libyen, Irak, Iran, Pakistan (Drohnenkrieg der USA mit über 3.000 Toten), Mali – das sind die Spielfelder der jährlichen Kriegsbrunst des Westens. Hier werden in immer stärkerem Ausmaß kleinere Länder als Mittel zum Zweck missbraucht. Der Kampf gegen den angeblichen Terror, der an jeder Straßenecke lauere, ist längst zu einem Märchen Grimm’schen Ausmaßes mutiert.

Dabei ist die semantische Verwischung der Wörter Terrorismus (politisch motivierte Gewaltaktion mit dem Ziel des Umsturzes eines Staates oder Gesellschaftssystems) und Terrorisieren (nicht primär politisch umstürzlerisch motivierte Gewaltaktionen gegen andere Personen oder Städte – wie während des Boston-Marathons geschehen) ebenfalls Mittel zum Zweck, um die hart erkämpften Bürgerrechte auf Freiheit und Schutz des Privatlebens, wieder gesetzlich nehmen zu können.

Erst kürzlich entschied ein Gericht in den USA, wonach die Bundespolizei FBI künftig keinen Gerichtsbeschluss mehr benötige, um Google & Co zu zwingen, sämtliche privaten Nutzerdaten von Bürgern rückwirkend und künftig erhalten zu dürfen. Die betroffenen Bürger müssen jetzt auch nicht mehr, wie es in Bürgergesellschaften üblich ist, von den staatlichen Stellen in den USA wenigstens im Nachhinein informiert werden.



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