In Rom möchte der neue Papst Franziskus, der jetzt 100 Tage im Amt ist, Demut und Bescheidenheit lehren, in Limburg hält Mr. Protz, der Limburger Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst, in seinem neuen Bischofssitz Hof. An die 10 Mio. Euro soll der neue Limburger Bischofssitz mit dem Namen „Diözesanen Zentrums St. Nikolaus“ kosten. Geplant waren einst, berichtet die örtliche Tageszeitung, rund 5,5 Mio. Euro. Das Anwesen, von einer Mauer umgeben, enthält auch eine edle Privatkapelle.

Von den Baukosten sollen wohl 2,5 Mio. Euro durch Kirchensteuermittel finanziert werden, die Restkosten übernehme der Bischofsstuhl (erhält der keien Steuern?). Ob tatsächlich ein Großteil der Mehrkosten, welche sich bereits Ende 2012 ankündigten, dem erweiterten Denkmalschutz geschuldet sind, bezweifeln viele Limburger. In einer Dokumentation auf Phoenix äußerten sich Bürger jedenfalls äußerst negativ und ablehnend gegenüber dem neuen Bischofssitz von Graf Protz, dem Bischof Tebartz-van Elst.

Eines der Gebäude, welches einen finanziellen Mehraufwand bedeutete, sei, heißt es aus Limburg, ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1489. Nur: Fachwerkhäuser gibt es in Deutschland hunderttausende. Da stellt sich die Frage: Sind auch hier jeweils Millionen-Investitionen wirklich notwendig? Ende Juni 2013 wurde der neue Bischofssitz in Limburg jedenfalls eingeweiht. Dabei wird der güldene Graf Gottes mit den Worten zitiert, wonach „lebendiger Glaube“ Räume der Begegnung brauche, „in denen sich der Geist von Christen so vermittelt, dass Türen in die Welt aufgehen“.

Viele Limburger meinen nur: Können es nicht auch kleinere Türen und bescheidenere Räume sein – schließlich ist Jesus in einer ärmlichen Krippe auf die Welt gekommen und nicht in dekadenten bischöflichen Himmelbetten.

Dass sich der Bischof von Limburg ein Update aus der Business Class in die First Class für einen Flug nach Indien gönnte, sei hier nicht weiter erwähnt. Denn wir möchten dem Bischof glauben, dass er dieses aus privaten Mitteln bezahlt habe sowie mit Hilfe von Bonusmeilen, die ihm natürlich auch zustehen sollen. Dass ein First-Class-Flug für einen kirchlichen Würdenträger im Angesicht der Weltwirtschaftskrise, in der Millionen Menschen ihre berufliche Existenz verloren haben, taktlos war, mag er mittlerweile selbst einsehen.

Allerdings ist der Limburger Bischof nicht der einzige aus der Reihe Graf Protz. Auch der Bischof von München und Freising darf sich mit so einem Titel schmücken. Vor gut einem Jahr veröffentlichte die Münchner Boulevardzeitung tz einen Bericht, wonach sich das Erzbistum München-Freising in Rom ein neues Gästehaus gekauft habe. Die Kosten hätten sich angeblich auf stolze 9,7 Mio. Euro belaufen. Hier hält der Münchner Kardinal Reinhard Marx Hof.

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