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Sonntag, 19. Januar 2020

10.000 demonstrieren in Pakistan gegen Drohnenangriffe und Massentötungen der USA und NATO

Die pakistanische Bevölkerung stemmt sich immer stärker gegen den Drohnenkrieg der USA und NATO. Nun haben im Norden Pakistans, in der Region Khyber Pakhtunkhwa, rund 10.000 Bürger eine Straße blockiert, die die Nato benutzt, um unter Federführung der USA ihren Drohnenkrieg in den pakistanischen Bergen an der Grenze zu Afghanistan zu führen. Unter den Protestierenden war auch der frühere Cricket Star Imran Khan.

Grund für den Protest: Tausende Zivilisten sind bislang in Pakistan, Jemen, dem Irak und Afghanistan durch die U.S. drone strikes ums Leben bekommen. Die Rede ist von circa 10.000 Menschen alleine seit dem Regierungsantritt durch US-Präsident Barack Obama (Demokraten) vor fünf Jahren.

Die USA verteidigen ihren Drohnenkrieg damit, wonach sie Terroristen von Al-Qaida und den Taliban bekämpfen müsse. Doch immer mehr sprechen auch hier vom System USA das mittlerweile selber Amok laufe, ähnlich den NSA-Stasiaktivitäten gegen hunderte Millionen Bürger, darunter auch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Ein Pakistani berichtete schon vor Monaten dem Antikriegsportal kriegsberichterstattung.com: „Wir getrauen uns kaum mehr vor unsere eigene private Haustüre. Meist hören wir nachts die Drohnen in unserem pakistanischen Bergdorf. Dann sperrt das Militär die Straßen und wieder wurde eine unschuldige Familie ausgelöscht, die zufällig in der Nähe von Terroristen wohnte.“

Der jetzige Protest im Norden Pakistans fordert eine Ende der U.S. Drohnen Angriffe (drone attacks) und einen Abzug der NATO. Getragen werden die Massenproteste gegen Drohnenangriffe der USA und NATO von pakistanischen Stammesführern und Politikern ebenso wie vom pakistanischen Cricket Star Imran Khan und tausenden Menschen aus der normalen Bevölkerung. Zentral dabei sind Politiker und Bürger, die sich in der pakistanischen Regional-Regierungspartei Tehreek-e-Insaf engagieren. Die Partei stellt die Regierung des pakistanischen Bundesstaates Khyber Pakhtunkhwa.

Doch mit den jetzigen Protesten könnte erst der Anfang umfangreichere Aktionen in Pakistan gegen die NATO und die Drohnen der USA stehen. So sagten Parteiführer, sie würden künftig regelmäßig Zufahrtsstraßen, die die NATO als Lieferstraßen (NATO supplies) für ihren Drohnenkrieg nutzt, blockieren. Allerdings schreibt beispielsweise das Nachrichtenportal aus Katar, aljazeera.com, die Blockade der Straßen habe eher symbolischen Wert, da sie in der Regel nur sehr wenig für NATO-Lieferungen genutzt würden. Es ist bekannt, dass die NATO ihre militärischen Basisstationen überwiegend aus der Luft beliefert.

Die US-Botschaft in Islamabad geht im Angesicht der zunehmenden Massenproteste gegen den Drohnenkrieg der USA in Deckung. Amerikanische Medien schreiben, wonach man sich dort mit einem Kommentar zu den Massenprotesten in Pakistan nicht hervortun wolle.

Die jetzigen Massenproteste gegen die permanenten Drohnenangriffe der USA folgen nur zwei Tage, nachdem die USA einen U.S. drone strike an der Grenze zu Afghanistan durchgeführt haben. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, angeblich seien darunter drei militante Personen gewesen. Problematisch: Der Drohnenangriff erfolgte ausgerechnet auf ein Islamic seminary, also ein islamisches Seminar, im pakistanischen Distrikt Hangu. Es sind genau solche Angriffe, die in islamischen Ländern zu massivem Zorn gegen den Westen führen. Kurz zuvor, am 1. November 2013, hatten Drohnen der USA den früheren pakistanischen Taliban-Führer, Hakimullah Mehsud, umgebracht.

Besonders verärgert ist die Regierung von Pakistan, da der Angriff der USA nur einen Tag vor einer offiziellen Regierungseinladung an den ehemaligen Taliban-Führer von Pakistan, Hakimullah Mehsud, erfolgte. Die Regierung hatte ihn offiziell zu Friedensgesprächen eingeladen und damit versucht, die Taliban-Terroristen einzufangen.

Viele fragen sich deshalb: Warum torpediert die US-Regierung unter Barack Obama so offensiv die pakistanischen Ziele der Innen- und Sicherheitspolitik? Schon seit Monaten attackiert der Premierminister von Pakistan, Nawaz Sharif, den auf pakistanischem Boden nach seiner Ansicht illegalen Drohnenkrieg der USA. Pakistan habe bis heute den USA keine Erlaubnis gegeben, Menschen in Pakistan mit Drohnen umzubringen, sagte der Premier kürzlich bei einem Besuch im Weißen Haus in Washington vor der Weltpresse.

Zudem wurde kürzlich ein weiteres führendes Mitglied der mit Al Qaeda verbundenen jihadistischen Terrorgruppe, dem Haqqani Network, durch einen Drohnenangriff der USA umgebracht. Die Operation sei von der CIA angeführt worden, heißt es, und habe Maulvi Ahmed Jan getötet.

Nach einem Bericht eines englischsprachigen Onlinemagazins, das erstaunlich CIA-freundliche Drohnen-Artikel publiziert und in Google News in Pakistan recht gut gelistet ist, seien 95 Prozent der 352 Drohnenangriffe in Pakistan in den vergangenen drei Jahren alleine in den Gebieten von Nord und Süd Waziristan geflogen worden.



Kommentare (1)


Mark2323 24. November 2013 um 22:49

Sehr gut, dass die Leute dort auf die Straße gehen gegen die Faschisten von NATO und USA.
Diese Psychpathen, die wild unschuldige Menschen killen, nur weil diese (angeblich) zu einer Terror-Organisation gehören, die u.a. die USA selbst gegründet haben, müssen entfert werden, sonst wird alles im Inferno enden.
MfG, Mark

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