Skip to main content
Dienstag, 23. April 2019

20. Friedenspolitischer Ratschlag an Uni Kassel am Wochenende mit vielen Diskussionen

Zum 20. Mal veranstaltet die AG Friedensforschung am Wochenende (7. und 8. Dezember 2013) den zweitägigen „Friedenspolitischen Ratschlag“-Kongress in Kassel und zwar an der Universität Kassel.

Die Themen dieses Mal: „100 Jahre Weltkriege – 100 Jahre Friedensbewegung: Umbrüche und Kontinuität – Niederlagen und Erfolge“. Der Kongress beginnt am Samstag den 7. Dezember um 12:00 Uhr und endet am Sonntag den 8. Dezember um 13:45 Uhr. Am Vorabend, also am Freitag, gibt es ein Unterhaltungsprogramm.

Die AG Friedensforschung führt den Kongress „Friedenspolitischer Ratschlag“ jedes Jahr an der Uni Kassel durch und zwar gemeinsam mit dem Bundesausschuss Friedensratschlag. Dabei handelt es sich nach eigenem Verständnis um „einen losen Zusammenschluss von Basisinitiativen der Friedensbewegung“. Der „Friedenspolitische Ratschlag“-Kongress wird außerdem vom lokalen Kasseler Friedensforum getragen. Tagungsort des Friedenskongresses ist die Universität Kassel (Wilhelmshöher Allee 73, 34121 Kassel; Haltestelle der Linien 1 und 3, Murhardstr./Uni).

Die „Friedenspolitischen Ratschläge“ gelten nach eigenen Angaben als „wichtigstes Forum in Deutschland, auf dem Friedenswissenschaft, Politik und Bewegung“ zusammenkommen. Das Ziel: Den unfriedlichen Zustand der Welt zu diskutieren und Wege und Strategien zu einer friedlicheren Welt zu beraten.

Das Motto des diesjährigen Kongresses spannt den Bogen von den beiden Weltkriegen über den „Kalten Krieg“ bis zu dem nicht enden wollenden „Krieg gegen den Terror“. Das Programm bleibe aber, so die Veranstalter, nicht in der Aufarbeitung des kriegerischen „Zeitalters der Extreme“ sowie der „Niederlagen der Zivilisation“ stecken, sondern widme sich zudem den Erfolgen der Friedensbewegung.

In vier Plenarveranstaltungen und 26 thematischen Workshops und Diskussionsforen wird die aktuelle Agenda der Friedenswissenschaft und -bewegung ausgebreitet: Behandelt werden Themen wie: Konflikte im Nahen und Mittleren Osten, in Zentralasien und Afrika (vom israelisch-palästinensischen Konflikt bis zu Syrien, Iran, der Türkei und Afghanistan bis nach Mali). Ebenfalls auf der Themenagenda sind die drohenden Konflikte in Asien und im pazifischen Raum (China-Japan-USA) sowie um die rohstoffreiche Arktis.

Doch auch die wirtschaftlichen Aspekte von Kriegen sollen in Kassel diskutiert werden. Die Rede ist von der „Hardware des Krieges“. Hier sehe man auch Deutschland in vielfacher Weise verantwortlich – beispielsweise durch die Rüstungsproduktion sowie den Waffenexport, die Ausbreitung von Drohnen, beziehungsweise „Killerdrohnen“ sowie die Automatisierung des Krieges. Ebenfalls in Foren diskutiert werden die neuen NATO-Kriegsführungskonzepte oder die Militarisierung des Weltraums.

Hinzu kommen Vorträge über die „Software“ des Krieges. Damit meine man beispielsweise ideologische und psychologische Kriegsvorbereitungen und die weltumspannenden Spionage- und Abhöraktivitäten der Geheimdienste der großen Nationen. In einem Workshop solle zudem die Rolle der Medien untersucht werden („Meinungsmacht für Kriegseinsätze“).

In weiteren Workshops soll zudem über die „Militarisierung der Hochschulen“ gesprochen werden oder über die „Geheimdienste in der Neuen Welt(kriegs)ordnung“ informiert werden. Kritisch begutachtet werden sollen auch Versuche von Historikern, die deutsche Kriegsschuld im Ersten Weltkrieg in Frage zu stellen.

Die Workshops werden ergänzt durch Plenarvorträge. Auch hier reicht das Spektrum weit: von grundsätzlichen Fragen der Geschichte des Imperialismus (Dr. David Salomon, Uni Siegen), des deutschen Militarismus (Dr. Detlef Bald, München), des israelisch-palästinensischen Dauerkonflikts (Dr. Margret Johannsen, Uni Hamburg) bis hin zu den Ursachen gegenwärtiger Fluchtbewegungen (Prof. Dr. Arian Schiffe-Nasserie, Ev. Fachhochschule RWL, Bochum).

Weitere Aspekte der Plenarvorträge beschäftigen sich mit den deutschen Koalitionsverhandlungen und den nun festgezurrten außen- und sicherheitspolitischen Eckpunkten der neuen deutschen Bundesregierung aus CDU/CSU & SPD.
In einer abschließenden Podiumsdiskussion werden Prof. Dr. Norman Paech (Hamburg), Thomas Wagner (Berlin), Bruno Kern (Mainz) und Dr. Sabine Schiffer (Erlangen/Berlin) über Kontinuitäten und Umbrüche in der deutschen Geschichte der letzten 100 Jahre diskutieren (Moderation: Anne Rieger, Graz).

Auf Grund des 20. Jubiläums des „Friedenspolitischen Ratschlags“ wird es bereits am Freitag, also den 6. Dezember, eine literarisch-musikalische Revue mit Liedern, Gedichten und Prosa von Brecht, Tucholsky, Karl Kraus und anderen kritischen Köpfen geben. Folgende Künstler sollen dabei für Unterhaltung sorgen: Sabine Wackernagel, Carlo Ghirardelli gemeinsam mit Udo Krüger am Piano. Die Abendveranstaltung beginnt am Freitag um 20 Uhr im Café Buch-Oase (Germaniastr. 14). Das Motto des Abends ist bei Bert Brecht entlehnt („Die Ballade vom Wasserrad“).

Anmeldungen zum Friedenspolitischen Ratschlag am 7./8. Dezember sind noch möglich unter der E-Mail-Adresse: bundesausschuss.friedensratschlag@gmx.de sowie der Telefonnummer 0561 93717974. Verantwortlich für die AG Friedensforschung und den Bundesausschuss Friedensratschlag ist Dr. Peter Strutynski. Rückfragen oder Interviewanfragen gehen an Telefon: 0160 976 28 972.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Montag, 25. März 2019

Israel lässt Ayman Nasser seit 30 Jahren regelmäßig im Gefängnis schmoren

Amnesty International berichtet, wonach am 10. März 2019 ein israelische Militärgericht in den besetzten palästinensischen Gebieten eine Haftverlängerung für den NGO-Mitarbeiter Ayman Nasser angeordnet habe. Die Haft gegen Ayman Nasser werde um lange weitere sechs Monate aufgestockt. Die Haft setzt eine lange Kette von vorherigen Verhaftungen des Menschenrechtlers in den vergangenen 25 Jahre fort. Amnesty moniert, dass der NGO-Mitarbeiter bereits […]

Donnerstag, 24. Januar 2019

Israel schickt Beduine Sayyah Abu Mdeighim al-Turi 10 Monate ins Gefängnis

In einer Urgent Action teilt Amnesty International (AI) mit, wonach am 25. Dezember 2018 Scheich Sayyah Abu Mdeighim al-Turi eine zehnmonatige Haftstrafe in Israel habe antreten müssen. Amnesty schreibt zu dem Gerichtsurteil, dieses sei auf Grund der Tatsache gefällt worden, da der Verurteilte seine Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit für ein Beduinendorf wahrgenommen habe. Sayyah Abu Mdeighim al-Turi büße seine Haftstrafe derzeit […]

Mittwoch, 16. Januar 2019

Prozess, Alfamir Castillo

Schüsse auf Aktivistin in Kolumbien wegen Armee-Mordvorwürfen

Am 11. Januar 2019 hätten zwei Unbekannte in der Gemeinde Pradera im Süden von Kolumbien auf das Auto der Aktivistin Alfamir Castillo geschossen. Der Täter habe von einem Motorrad aus geschossen. Das berichtet nun Amnesty International Deutschland. Das Anschlags-Opfer sei in Begleitung ihres Mannes und zweier LeibwächterInnen gewesen, welche von der „Behörde für Schutzmaßnahmen“, der „Unidad Nacional de Protección“ gestellt […]

Samstag, 08. Dezember 2018

Wegen Land

Kolumbien – Menschenrechtsverteidiger Enrique Cabezas mit Mord bedroht

Amnesty International teilt in einer Urgent Action mit, wonach Enrique Cabezas, der Leiter der „Kollektivs Afro-Kolumbianischer Gemeinschaften“ in Curvaradó im Departamento Chocó im Westen Kolumbiens bedroht werde. Auch Morddrohungen stünden im Raum. Grund: Er setze sich für die Landrechte einiger kolumbianischen Gemeinden ein. Zudem kämpfe er für das Recht der dort lebenden Menschen sich aus einem seit Jahren bestehenden bewaffneten […]