Skip to main content
Sonntag, 18. November 2018

20. Friedenspolitischer Ratschlag an Uni Kassel am Wochenende mit vielen Diskussionen

Zum 20. Mal veranstaltet die AG Friedensforschung am Wochenende (7. und 8. Dezember 2013) den zweitägigen „Friedenspolitischen Ratschlag“-Kongress in Kassel und zwar an der Universität Kassel.

Die Themen dieses Mal: „100 Jahre Weltkriege – 100 Jahre Friedensbewegung: Umbrüche und Kontinuität – Niederlagen und Erfolge“. Der Kongress beginnt am Samstag den 7. Dezember um 12:00 Uhr und endet am Sonntag den 8. Dezember um 13:45 Uhr. Am Vorabend, also am Freitag, gibt es ein Unterhaltungsprogramm.

Die AG Friedensforschung führt den Kongress „Friedenspolitischer Ratschlag“ jedes Jahr an der Uni Kassel durch und zwar gemeinsam mit dem Bundesausschuss Friedensratschlag. Dabei handelt es sich nach eigenem Verständnis um „einen losen Zusammenschluss von Basisinitiativen der Friedensbewegung“. Der „Friedenspolitische Ratschlag“-Kongress wird außerdem vom lokalen Kasseler Friedensforum getragen. Tagungsort des Friedenskongresses ist die Universität Kassel (Wilhelmshöher Allee 73, 34121 Kassel; Haltestelle der Linien 1 und 3, Murhardstr./Uni).

Die „Friedenspolitischen Ratschläge“ gelten nach eigenen Angaben als „wichtigstes Forum in Deutschland, auf dem Friedenswissenschaft, Politik und Bewegung“ zusammenkommen. Das Ziel: Den unfriedlichen Zustand der Welt zu diskutieren und Wege und Strategien zu einer friedlicheren Welt zu beraten.

Das Motto des diesjährigen Kongresses spannt den Bogen von den beiden Weltkriegen über den „Kalten Krieg“ bis zu dem nicht enden wollenden „Krieg gegen den Terror“. Das Programm bleibe aber, so die Veranstalter, nicht in der Aufarbeitung des kriegerischen „Zeitalters der Extreme“ sowie der „Niederlagen der Zivilisation“ stecken, sondern widme sich zudem den Erfolgen der Friedensbewegung.

In vier Plenarveranstaltungen und 26 thematischen Workshops und Diskussionsforen wird die aktuelle Agenda der Friedenswissenschaft und -bewegung ausgebreitet: Behandelt werden Themen wie: Konflikte im Nahen und Mittleren Osten, in Zentralasien und Afrika (vom israelisch-palästinensischen Konflikt bis zu Syrien, Iran, der Türkei und Afghanistan bis nach Mali). Ebenfalls auf der Themenagenda sind die drohenden Konflikte in Asien und im pazifischen Raum (China-Japan-USA) sowie um die rohstoffreiche Arktis.

Doch auch die wirtschaftlichen Aspekte von Kriegen sollen in Kassel diskutiert werden. Die Rede ist von der „Hardware des Krieges“. Hier sehe man auch Deutschland in vielfacher Weise verantwortlich – beispielsweise durch die Rüstungsproduktion sowie den Waffenexport, die Ausbreitung von Drohnen, beziehungsweise „Killerdrohnen“ sowie die Automatisierung des Krieges. Ebenfalls in Foren diskutiert werden die neuen NATO-Kriegsführungskonzepte oder die Militarisierung des Weltraums.

Hinzu kommen Vorträge über die „Software“ des Krieges. Damit meine man beispielsweise ideologische und psychologische Kriegsvorbereitungen und die weltumspannenden Spionage- und Abhöraktivitäten der Geheimdienste der großen Nationen. In einem Workshop solle zudem die Rolle der Medien untersucht werden („Meinungsmacht für Kriegseinsätze“).

In weiteren Workshops soll zudem über die „Militarisierung der Hochschulen“ gesprochen werden oder über die „Geheimdienste in der Neuen Welt(kriegs)ordnung“ informiert werden. Kritisch begutachtet werden sollen auch Versuche von Historikern, die deutsche Kriegsschuld im Ersten Weltkrieg in Frage zu stellen.

Die Workshops werden ergänzt durch Plenarvorträge. Auch hier reicht das Spektrum weit: von grundsätzlichen Fragen der Geschichte des Imperialismus (Dr. David Salomon, Uni Siegen), des deutschen Militarismus (Dr. Detlef Bald, München), des israelisch-palästinensischen Dauerkonflikts (Dr. Margret Johannsen, Uni Hamburg) bis hin zu den Ursachen gegenwärtiger Fluchtbewegungen (Prof. Dr. Arian Schiffe-Nasserie, Ev. Fachhochschule RWL, Bochum).

Weitere Aspekte der Plenarvorträge beschäftigen sich mit den deutschen Koalitionsverhandlungen und den nun festgezurrten außen- und sicherheitspolitischen Eckpunkten der neuen deutschen Bundesregierung aus CDU/CSU & SPD.
In einer abschließenden Podiumsdiskussion werden Prof. Dr. Norman Paech (Hamburg), Thomas Wagner (Berlin), Bruno Kern (Mainz) und Dr. Sabine Schiffer (Erlangen/Berlin) über Kontinuitäten und Umbrüche in der deutschen Geschichte der letzten 100 Jahre diskutieren (Moderation: Anne Rieger, Graz).

Auf Grund des 20. Jubiläums des „Friedenspolitischen Ratschlags“ wird es bereits am Freitag, also den 6. Dezember, eine literarisch-musikalische Revue mit Liedern, Gedichten und Prosa von Brecht, Tucholsky, Karl Kraus und anderen kritischen Köpfen geben. Folgende Künstler sollen dabei für Unterhaltung sorgen: Sabine Wackernagel, Carlo Ghirardelli gemeinsam mit Udo Krüger am Piano. Die Abendveranstaltung beginnt am Freitag um 20 Uhr im Café Buch-Oase (Germaniastr. 14). Das Motto des Abends ist bei Bert Brecht entlehnt („Die Ballade vom Wasserrad“).

Anmeldungen zum Friedenspolitischen Ratschlag am 7./8. Dezember sind noch möglich unter der E-Mail-Adresse: bundesausschuss.friedensratschlag@gmx.de sowie der Telefonnummer 0561 93717974. Verantwortlich für die AG Friedensforschung und den Bundesausschuss Friedensratschlag ist Dr. Peter Strutynski. Rückfragen oder Interviewanfragen gehen an Telefon: 0160 976 28 972.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Sonntag, 23. September 2018

Terror

Iranische Revolutionsgarde – Saudi-Arabien steckt hinter Anschlag mit 29 Toten auf Militärparade

In der arabischen Welt tobt seit Jahrzehnten ein mal offenerer dann wieder versteckter Krieg um die politisch-militärische Hoheit in der arabisch-sprechenden Welt. Unter dieser Folie ist nun auch die Aussage der Iranischen Revolutionsgarde zu sehen: Diese macht nämlich das von dem Diktatorenclan der Familie Saud beherrschte Saudi-Arabien für den Anschlag auf eine am Samstag durchgeführte Militärparade im Südwesten des Iran […]

Sonntag, 27. Mai 2018

Wegen "Loyalitätsbruch"

Israel droht Palästinensischer Autonomiebehörde mit Verlust des Aufenthaltsrechts in Jerusalem

Vier Mitgliedern des Palästinensischen Legislativrats droht, teilte Amnesty International (AI) bereits Ende April 2018 mit, der Verlust ihres dauerhaften Aufenthaltsstatus in Jerusalem. Auf der Grundlage eines vom israelischen Parlament (Knesset) verabschiedeten Gesetzes sei das israelische Innenministerium befugt, Personen wegen mutmaßlichen „Loyalitätsbruchs“ das Aufenthaltsrecht zu entziehen. Das teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Am 19. März habe der israelische Innenminister Arye Deri angekündigt, zwölf […]

Donnerstag, 10. Mai 2018

Morde in Kolumbien wegen Staudammprojekt

Hugo Albeiro George Pérez neues Opfer

Kolumbien – Amnesty International (AI) weist in einer Urgent Agent darauf hin, dass in dem lateinamerikanischen Staat Kolumbien Umweltschützer massiv bedroht, eingeschüchtert, ja sogar ermordet würden. So sei ein Mitglied der Bewegung Ríos Vivos (Lebende Flüsse) am 2. Mai getötet worden. Das sei jener Tag, an welchem die Gruppe einen ganztägigen Protestmarsch gegen das Hidroituango-Staudammprojekt im Departamento Antioquia veranstaltet habe. Mitglieder der […]