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Mittwoch, 20. März 2019

Krieg: Fast 200 Tote Palästinenser – wann hört Israel Apartheid auf zu töten?

Es sind Zahlen des Grauens: Bald 200 tote Palästinenser, darunter Dutzende Kinder und Frauen, hat Israel bislang durch seine massiven und aus Sicht vieler unverhältnismäßiger Angriffe auf die von Israel besetzten palästinensischen Gebieten (OPT; Occupied Palestinian Territory) durch Kriegsangriffe getötet. Hinzu kommen weit über 1000 zum Teil schwer Verletzte und Verstümmelte. Viele fragen sich verzweifelt: Wann hört Israel mit dem Grauen auf?

Alle palästinensischen Menschenrechtsorganisationen zur Förderung und zum Schutz der Menschenrechte in den besetzten palästinensischen Gebieten (OPT), darunter die Al-Haq sowie das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR), äußerten sich „besorgt über die wachsende Zahl von zivilen Opfern und der massiven Zerstörung von Eigentum, die aus der jüngsten Runde der Feindseligkeiten im (von Israel) besetzten Gazastreifen“ entstanden sind:

Israel verteidigt seine massiven kriegerischen Angriffe gegen die Palästinenser damit, wonach die in den palästinensischen Gebieten etablierte Organisation Hamas auf israelischen Boden Hunderte Raketen feuere. Bislang hat jedoch keine Hamas-Rakete einen Israeli getötet, jedoch Eigentum zerstört. Während die Israelis die Hamas als Terrororganisation bezeichnet, sehen viele Palästinenser die Hamas einerseits als eine politische Partei. Andererseits sehen die Palästinenser die Hamas auch als militärischen Arm „zum Schutze der Palästinenser vor israelischen Angriffen und die israelische Apartheid“. Von einem Apartheid-System, welches Israel über die Palästinenser ausübe, sprechen immer mehr Politiker und Persönlichkeiten – darunter auch Südafrikas Friedensnobelpreisträger Bischof Desmond Tutu.

Derweil hat Israel nun einem Waffenstillstand, von Ägypten vermittelt, mit der Hamas zugestimmt. Doch ob die von Israel als „Operation Schutz Edge“ (‘Operation Cast Lead’ and ‘Operation Pillar of Defense’) wirklich friedlich beigelegt wird, daran gibt es erhebliche Zweifel.

Vielmehr gehen Beobachter davon aus, dass Israel den Apartheid-Ansatz, welcher seit vielen Jahren über das Westjordanland und den Gazastreifen verhängt worden ist, weiter verstärken wird.

Die palästinensische Menschenrechtsorganisation Al-Haq kritisiert, wonach Israel die „Bevölkerung des Gazastreifen… seit sieben Jahren einer Art kollektiver Bestrafung“ unterstelle. Dies habe zum Ergebnis, dass 70 Prozent der Palästinenser im Gaza-Streifen auf humanitäre Hilfe von außen angewiesen seien – insbesondere um zu einer „Genesung von Beschädigung und Zerstörung bei früheren israelischen Offensiven“ beizutragen.

Berüchtigt ist bis heute die israelische „Operation Gegossenes Blei“, welche 2009 über 1000 tote Palästinenser nach sich gezogen hatte. Gleichzeitig weist die palästinensische Menschenrechtsorganisationen Al-Haq darauf hin, wonach „die israelische Operation Pillar of Defense im Rahmen eines bereits laufenden bewaffneten Konfliktes und einer kriegerischen Besatzung“ ausgebrochen sei.

Deshalb könne Israel seine Kriegsführung nicht damit begründen, wonach man „ein Recht auf Selbstverteidigung“ gemäß Artikel 51 der UN-Charta habe. Vielmehr müsse auch Israel in Übereinstimmung mit den Gesetzen zum Verhalten bei Feindseligkeiten handeln.

Jetzt sei es wichtig, so Al-Haq, dass das humanitäre Völkerrecht „von allen in den bewaffneten Konflikten beteiligten Parteien eingehalten wird“. Außerdem müsse das Prinzip gelten, dass alle Parteien zwischen Zivilisten und Kombattanten unterscheiden, wozu auch gehöre, dass Beschädigungen an zivilen Gebäuden unterbleiben müssten.

Dass Israel es um weitaus mehr geht, als um die Hamas, zeigt sich daran, dass Israel massiv auch die in vielen Jahren mit geringsten Mitteln und unter schwierigsten Bedingungen aufgebaute Infrastruktur der palästinensischen Gebiete zerstört. Dazu gehört auch, dass beispielsweise das Gebäude des örtlichen palästinensischen Polizeichefs von Israel zerbombt wurde und dabei 18 Menschen umkamen – darunter viele junge Männer.

Das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR), das traditionell die Todesopfer und Verletzten durch kriegerische Aktionen Israels dokumentiert, spricht derweil davon, wonach „die Israelische Besatzungstruppen mit ihrer brutalen und unmoralischen Offensive“ bislang mindestens 34 Kinder und 28 Frauen getötet habe. Bislang seien zudem dokumentiert 1.058 Menschen verletzt worden, wobei es sich größtenteils um Zivilisten handele – darunter 332 Kinder und 212 Frauen. Bereits 2012 hatte Israel 140 Palästinenser durch Kriegsangriffe umgebracht. Auch damals sind Hunderte Palästinenser, darunter viele Kinder und Jugendliche, schwer verletzt und verstümmelt worden.



Kommentare (2)


Toni 19. Juli 2014 um 23:32

Hast du eine Quelle dazu, dass die Israelis Krankenhäuser stürmen und Frauen und Kinder töten? Das wurde ich gerne genauer wissen.
Lg

Antworten

Leora 15. Juli 2014 um 23:35

Kein Wunder, dass so viele Menschen so einen Hass auf die Juden haben. Sie bringen unschuldige Menschen um, stürmen extra palästinensische Krankenhäuser, um palästinensische Frauen und Neugeborene umzubringen und somit eine Vermehrung dieser zu verhindern. So ein armseliges Volk habe ich noch nie erlebt. Sie stützen sich auf ihre „harte“ Vergangenheit und denken, sie könnten sich alles erlauben. Das Traurige ist, dass es tatsächlich so scheint, als wenn sie damit durchkommen. Hilfe bekommt Palästina nur wenig, wohingegen Israel Unterstützung von allen Seiten bekommt. Im TV wird hauptsächlich davon berichtet, wie die „radikalislamische“ Hamas die Israelis bedrohe und dass es soundso viele Verletzte gibt. Es gibt bisher EINEN getöteten Israeli, was natürlich auch sehr schlimm ist. Selten wird jedoch erwähnt, dass Hunderte von Palästinenser qualvoll und mit vollstem Vergnügen umgebracht werden. Ich kann nur den Kopf schütteln. Es ist grausam, was Menschen anderen Menschen antun und die Tatsache, dass man hier als „Zuschauer“ hilflos ist, wirkt auf mich persönlich lähmend und zerfrisst mich innerlich. Wann hat der Horror bloß ein Ende?

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