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Sonntag, 18. November 2018

Zwei Iranische Journalisten Opfer der Germanwings Maschine

Die polizeilichen Ermittlungen rund um den Germanwings Flug 4U 9525 halten an. In dem Airbus A320 sind 150 Menschen in den französischen Alpen ums Leben gekommen.

Der französische Staatsanwalt geht davon aus, dass es sich um einen vorsätzlich durch den deutschen Copiloten herbeigeführten Absturz handeln könnte. In Medien wie der Bild-Zeitung macht deshalb das Wort Massenmörder die Runde.

Doch während in Deutschlands Massenmedien sowohl die Namen der Opfer verschwiegen werden, als auch die Namen der Angehörigen, berichten die internationalen Medien wesentlich hintergründiger rund um die Tragödie. Sowohl die britische Tageszeitung The Guardian als auch der weltweit verbreitete amerikanische TV-Sender CNN lassen Angehörige der Flugopfer zu Wort kommen und zeigen auch Fotos der Opfer.

Auf CNN wie dem Guardian heißt es nun, wonach unter den Toten des Germanwings Flugs auch zwei iranische Journalisten sind und zwar die beiden Kollegen Milad Hojjatoleslami und Hossein Javadi. Die beiden hatten zwar kurz vor Abflug beabsichtigt, den Flug 4U 92525 noch umzubuchen, waren dann aber doch mitgeflogen.

Iranischer Präsident bestätigt die beiden Journalisten

Offiziell hat das iranische Außenministerium bestätigt – und zwar unter voller Namensnennung – dass die beiden iranischen Journalisten Milad Hojjatoleslami und Hossein Javadi unter den Toten in den französischen Alpen sind. Der iranische Präsident, Hassan Rouhani sprach gegenüber den Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus und kondolierte.

Zwei weitere iranische Kollegen, Payam Younesipour und Saeed Zahedian, hatten kurz vor Abflug der Germanwings umgebucht und damit ihr Leben gerettet. Alle vier Journalisten waren iranische Sport-Reporter, welche über das Fußballspiel von Real Madrid und Barcelona am Sonntag berichten wollten.

Wer derzeit mehr über die über 60 deutschen Opfer in der Germanwings Maschine wissen möchte, muss auf internationale Medien umsteigen, da in den deutschen Massenmedien das große Totschweigen herrscht. Weder kommen Opfer namentlich und mit Bildern – noch nicht einmal mit Augenbinden – vor, noch dürfen sich Angehörige äußern.

Geradezu symbolisch für das Verschweigen der Namen und Hintergründe zu den Opfern stand am Sonntagabend die ARD mit der Günther Jauch Talkshow: Man sah weder Angehörige der Opfer, noch wurden Bilder – noch nicht einmal mit Augenbinde – von Opfern gezeigt. Man wolle nicht sensationslüstern sein, behaupten Journalisten der deutschen Massenmedien. Doch man kann es auch anders werten: Als ein unter den Teppich kehren eines möglichen schweren Verbrechens.

Bischof Huber kritisiert „erweiterten Suizid“-Gerede

Selbst der evangelische Bischof Joachim Huber kritisierte die Herumeierei der deutschen Massenmedien. Besonders ärgerte er sich als Gast bei Günther Jauch, dass man nun versuche, Depressionen als Vorwand für eine mögliche Massentötung von anderen Menschen zu nehmen. Es dürfe nicht sein, so Huber, dass man nun alle Depressiven unter Generalverdacht stelle.

Außerdem störte sich Huber an der immer mehr in den Massenmedien um sich greifenden Bezeichnung des „erweiterten Suizid“. Damit verharmlose man den Vorgang enorm, sagte Huber. Derzeit müsse man doch eher davon ausgehen, dass man es möglicherweise und wahrscheinlich mit einer vorsätzlichen Massentötung anderer Menschen zu tun habe. Das Wort „Massenmord“ schien ihm auf der Zunge zu liegen, aber er äußerte es denn doch nicht. Auch Günther Jauch meinte, er tue sich nach wie vor mit dem Wort Massenmord in Bezug auf den Absturz der Germanwings schwer.

Jetzt „König der Alpen“

Gegenüber der britischen Tageszeitung The Guardian sagten die beiden überlebenden iranischen Journalisten Payam Younesipour und Saeed Zahedian, wonach sie sehr glücklich seien, noch am Leben zu sein: „Gott hat uns bewahrt“.

Hojjatoleslami arbeitete für die halb-staatliche Nachrichtenagentur Tasnim news agency. Javadi soll als Sport-Journalist für die iranische Vatan-e-Emrooz Tageszeitung gearbeitet haben. Die Flugreise nach Spanien sollen die iranischen Journalisten aus privater Tasche bezahlt haben. Nach dem Spiel von Real Madrid und Barcelona hatten sie vor, über weitere wichtiges Fußballspiele zwischen Iran und Chile in Österreich und Iran gegen Schweden in Stockholm zu berichten.

Im Guardian sagten die beiden überlebenden Journalisten zudem, sie hätten sich für die Billigfluglinie Germanwings einer Lufthansa-Tochter – entschieden, da sie sehr hart privates Geld für die Fußballspiele angespart hätten.

Auf CNN erklärte am Montagvormittag zudem die Schwester eines der beiden umgekommen Journalisten, Mashid Eslami weinend, ihr Bruder sei nun der „König der Alpen“. Auch zeigte CNN Bilder vom weinenden und klagenden Vater in den französischen Alpen. Die Familie hatte mit Hilfe des örtlichen Bürgermeisters extra ein großes geländefähiges Fahrzeug gemietet, um so nah wie möglich an die Absturzstelle zu kommen. Unter den 150 gestorbenen Germanwings Passagieren waren 144 Kunden der Fluglinie und 6 Crew-Mitglieder. Insgesamt kamen Menschen aus 18 Nationen um.



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