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Mittelmeer 900 Tote: Wie verbrecherisch agiert die EU beim Thema Flüchtlinge? / Diskussion bei Günther Jauch in der ARD

Die deutsche von der CDU und SPD geführte Bundesregierung drückt sich seit Jahren um das Flüchtlings-Drama im Mittelmeer. Das zeigte auch eine aktuelle Diskussionsrunde in der ARD bei Günther Jauch.

Im Zentrum der Diskussionsrunde bei Günther Jauch stand Sonntagabend die Tragödie um bis zu 900 im Mittelmeer in einem Boot umgekommene Flüchtlinge. Sie waren angeblich in Libyen auf ein viel zu kleines Boot gestiegen. Im Mittelmeer, so die bisherige Erkenntnisse, kenterte es bei hohem Seegang. Nach bisherigen Schätzungen sind Hunderte Menschen dabei ums Leben gekommen.

Für Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung (SZ), ist klar: Die EU agiere verbrecherisch beim Thema Flüchtlinge, da sie untätig zusehe, wie das Drama Tag für Tag sich weiter zuspitze. Seit 25 Jahren, so Prantl, werde nur geredet und nichts groß getan.

Eine interessante Perspektive brachte Christian Haase, der Sprecher einer Bürgerinitiative aus Bautzen ins Spiel. Er setzt sich mit anderen Bürgern in der ostdeutsche Stadt Bautzen gegen eine selbstherrlich zelebrierte Flüchtlingspolitik der zuständigen Bautzener Behörden ein. Bei Günther Jauch sagte er Sonntagabend, wonach die Hunderttausenden Flüchtlinge aus Afrika ja nicht vom Himmel gefallen seien.

Vielmehr, so Haase, habe die Außenpolitik der EU und der USA in den vergangenen 20 Jahren erheblich Mitschuld an den Millionen Flüchtlingen. Grund: Sie habe mit zahlreichen Kriegen Länder nachhaltig destabilisiert. Die Flüchtlinge heute seien häufig Flüchtlinge genau aus diesen Ländern.

Besonders viele Flüchtlinge kommen aus Libyen, Syrien. Für Libyen gilt: Im Jahr 2011 hatte das westliche Kriegsbündnis NATO völkerrechtlich illegal und unter Vorspiegelung vorsätzlich vom Westen gelogener Behauptungen bezüglich einer angeblichen „Flugverbotszone“, die man einrichten wolle, einen Massenkrieg gegen Libyen initiiert.

Zwar stürzte sie damit den seit 40 Jahren herrschenden libyschen Diktator Muammar Gaddafi. Doch gleichzeitig brachte die NATO geschätzt 50.000 Menschen durch Abwurf von Tausenden Bomben um. Heute ist das Land gefallen, versinkt im Bürgerkrieg. Einig sind sich heute faktisch alle: Hätte die NATO – gestützt und finanziert von der EU und den USA – in Libyen nicht Tod und Verderben durch die massenhaften Kriegsangriffe 2011 gebracht, würde Libyen heute stabil dastehen, oder zumindest stabiler als es gegenwärtig der Fall ist.

Libyen gilt als zentraler Ausgangspunkt für Flüchtlinge. Auch wenn Heribert Prantl in der ARD-Sendung von Günther Jauch immer wieder deutlich machte, wie wichtig es sei, dass die Europäische Union endlich die Verantwortung für die Flüchtlinge übernehme, welche über das Mittelmeer versuchten nach Deutschland zu kommen, so muss man doch sagen:

Es ist immer und immer wieder die Süddeutsch Zeitung in den vergangenen Jahren gewesen, welche an vorderster Front Kriegsstimmung machte wenn es dem Westen darum ging, missliebige Diktatoren in Fernost – bevorzugt in Ölländern – zu stürzen.

Sei es im Irak, in Syrien, in Libyen, in Ägypten (kein Ölland, aber strategisch von großer Bedeutung wegen Israel). Den Scherbenhaufen der gefallenen Staaten, den scheint man dann auch bei der Süddeutschen Zeitung so nicht wahrhaben zu wollen. Denn eines können wir mittlerweile wohl feststellen:

Wer andere Länder kriegerisch angreift und die dortigen Strukturen zerstört – das gilt auch für den Irak oder Afghanistan, aktuell für den Jemen – der muss auch die Wunden dieser Kriege heilen. An vorderster Front steht natürlich die Aufnahme von Millionen Flüchtlingen, welche die EU ja durch ihre gemeinsam mit den USA durchgeführten NATO-Angriffskriege der vergangenen 20 Jahre hervorgerufen hat. Am besten war in der ARD-Sendung von Günther Jauch noch der Besitzer eines 60.000-Euro-Bootes, welches er sich gekauft hatte, um die Welt im Mittelmeer zu retten. Eine ganze Schweigeminute drückte er uns wegen der bis zu 900 neuerlich umgekommen Flüchtlingen im Mittelmeer aufs Auge. Danke dafür!



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