Vier Amerikaner, Diplomaten und der US-Botschafter, in Libyen von Rebellen ermordet

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In Libyen sind vier amerikanische Diplomaten während einer heftigen militärischen Auseinandersetzung ermordet worden. In den USA gehen Gerüchte um, es könne mit dem Gedenktag 9/11 zusammenhängen, an dem Amerika der über 3000 Menschen im World Trade Center gedenkt, die in einem furchtbaren Terroranschlag von Al Quaida mit Flugzeugen getötet worden waren. Derweil kochen die Emotionen der Amerikaner angesichts der Ermordung der vier US-Diplomaten hoch. Alleine unter einem Artikel der New York Times wurden 2.154 Kommentare online publiziert.

Unter den Toten ist auch der libysche Botschafter der USA, J. Christopher Stevens. Viele Beobachter erstaunt, dass die Morde an den vier US-Diplomaten sogar in Benghazi, der Rebellenhochburg in Libyen, stattfand. Von Benghazi aus gingen vergangenes Jahr die Proteste gegen den mehr als 40 Jahre regierenden Machthaber und Diktator Muhammed Al Gaddafi (auch geschrieben als: Muammar el-Qaddafi) los. Benghazi war auch der Ort, den die USA mit Waffen, Geld und Logistik im Kampf gegen das Gaddafi-Regime besonders unterstützen.

Die Ermordung der vier US-Diplomaten zeigt zweierlei: Wie tief der Hass bei vielen in Libyen gegen den Westen, insbesondere die USA, sitzt. Zudem dokumentiert er, wie trügerisch die vom Westen behauptete militärisch durch das Kriegsbündnis NATO herbeigeführte angebliche „Befriedigung“ des Landes ist.

Der US-Präsident Barack Obama hat die Tötungen der vier Amerikaner auf schärfste verurteilt und kündigte stärkere Sicherheitsanstrengungen für US-Bürger in Libyen an. Obama sagte, die USA würden mit der libyschen Regierung zusammenarbeiten, um die Täter der Gerechtigkeit zu überführen. Sie sollten „keine Fehler“ machen und glauben, dass die USA sich aus Libyen abwenden würden.

Derweil attackieren die Republikaner, die Obama am 6. November aus dem Amt drängen wollen, die Außenpolitik der derzeitigen US-Regierung als offensichtlich falschgeleitet. Die Ermordung der vier US-Diplomaten stünde auch für eine politische Tragödie die nicht heruntergespielt werden dürfe.

Man nimmt an, dass der US-Botschafter in seinem eigenen Haus durch giftige Dämpfe getötet wurde, die möglicherweise nach Granat-Einschlägen entwichen. Eigentlich galt sein Haus als mit höchsten Sicherheitsstandards ausgerüstet. Der US-Botschafter gilt als erster ermordete US-Botschafter seit über drei Jahrzehnten weltweit.

Die Gründe für die Ermordungen sind derzeit noch unklar. Die einen meinen, es sei eine Rache für die Massenbombardements des westlichen Kriegsbündnisses auf Libyen im Jahr 2011 gewesen, welche im Rahmen einer angeblichen „Flugverbotszone“ 50.000 Tote nach sich gezogen hatten sowie die Ermordung des bei vielen verhassten libyschen Diktators Gaddafi. Wieder andere meinen, die Tötung der vier Diplomaten sei erfolgt, da viele Libyer wütend über ein angebliches US-Video seien, das angeblich den Propheten Mohammed ins Lächerliche gezogen hätte.

Zudem spekulieren mal wieder einige West-Medien, auch aus Deutschland, die Terrororganisation Al Quaida könne doch auch hinter den Angriffen stecken. Solche ollen Klamotten werden von West-Medien immer dann bedient, wenn man keine andere Erklärung als Möglichkeit in Erwägung ziehen möchte. Es ist die übliche schwarz-weiß-Malerei einiger einfältiger Journalisten.

So viel ist bislang ebenfalls bekannt: Die Angreifer auf die US-Bürger waren mit Granaten, Raketenwerfern und weiterem hartem Militärgerät ausgerüstet. Die Frage ist: Woher stammt das Gerät? Ist es noch Militärgerät der NATO aus dem Libyen-Krieg im Jahr 2011? Waren die Angreifer sogar mögliche ehemalige Rebellen, welche die USA sowie das westliche Kriegsbündnis NATO im Zuge der Eliminierung des Gaddafi-Regimes selbst aufgerüstet hatten?

Eines zeigen die Tötungen der Amerikaner in Benghazi aber auch: Libyens Sicherheitslager ist bei weitem nicht zufriedenstellend. Kein Ort ist vor Angriffen sicher – auch nicht die einstige Rebellenhochburg Benghazi.

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