• Fr. Feb 3rd, 2023

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten üppig ausgesehen mit ihren Feldern voll beladen mit Bananenstauden, Mais oder der Sorghum-Pflanze.[i]

Am 6. April 1994, als sich die Menschen bereits auf das Zubettgehen vorbereitet hätten in Ruanda, habe eine Luftabwehrrakete gut 50 Kilometer von Mabare entfernt den Jet des damaligen Präsidenten von Ruanda, von Juvenal Habyarimana getroffen.

Der Jet sei gerade beim Landeanflug gewesen. An Bord sei sein burundischen Amtskollegen Cyprien Ntaryamira gewesen. Mit diesem habe er einen Friedensvertrag mit Rebellen der Tutsi Volksgruppe in Tansania, einer weiteren ehemaligen deutschen Kolonie im Rahmen von Deutsch-Ostafrika unterzeichnet.

Was so stark nach Frieden aussah, verwandelte jener Absturz in eine afrikanische Hölle, wo Anhänger des Präsidenten zu Killern wurden. „In den nächsten 100 Tagen töteten Streitkräfte der Hutu-Mehrheit mehr als 800.000 Tutsis und Tausende von gemäßigten Hutus. Viele wurden mit Macheten von Hutu-Milizen, bekannt als Interahamwe, dem Jugendflügel der damaligen Regierungspartei MRND, brutal zu Tode gehackt“, schreibt Al Jazeera.

Jetzt, da zum 25-jährigen Jubiläum jener grausamen Massaker gedacht wird, seien „Führungskräfte aus der ganzen Welt im Land“. Man wolle Mahnwachen halten und den Opfern gedenken.

Auch im Dorf Mabare, einer Ortschaft, welche von einer Hutu-Mehrheit bewohnt werde, gedenke man jenem Genozid vor 25 Jahren.

Ruanda ist wie Burundi und Tansania (ohne Sansibar) eine ehemalige deutsche Kolonie im Rahmen von Deutsch Ostafrika.

Genozid vor 25 Jahren in Ruanda, ehemals Deutsch-Ostafrika

Damals, 1994, hätten Körper, einige mit Kugeln übersät, plötzlich in dem nahegelegenen See Mugesera getrieben. Zwischen den Leichen seien einige Menschen gewesen, die noch lebten, aber schwerst verletzt seien, getroffen von Macheten.

Angeführt von dem damaligen Imam ihrer einzigen Moschee, von Rashid Bagabo, hätten die Bewohner des Dorfes begonnen zu handeln. Der Imam habe versucht mit seinem kleinen Boot Menschen zu retten und Leichen aus dem See zu fischen. Zudem hätten junge Männer verzweifelt versucht Barrieren gegen die Todesschwadrone zu errichten.

„Unsere Religion lehrt uns, Leben zu retten, nicht Leben zu nehmen“, zitiert Al Jazeera den während des Völkermords umgekommenen Bagabo. Der Koran lehre die Menschen, dass, „wenn man ein Leben rettet, es sei, als würde man die gesamte Menschheit retten“.

Zwar habe es in dem Dorf auch Kirchen gegeben, aber wirklich Schutz hätten die Menschen am ehesten in der Moschee erhofft, behauptet der heutige Imam. „Langsam füllte sich die Moschee – Jung und Alt, Männer und Frauen, Muslime und Christen fanden Schutz“, schreibt der Autor auf Al Jazeera.

Muslime hätten damals weniger als ein Viertel der Bevölkerung des kleinen Dorfes, in dem etwa 500 Menschen gelebt hätten, ausgemacht. Auf dem Höhepunkt des Genozids hätten fast 500 Menschen in der Moschee Schutz gesucht.

Zwar habe es auch Kirchen der Christen vor Ort gegeben. Aber dorthin seien die Menschen angeblich weniger geflüchtet, da sie angeblich Angst gehabt hätten, als offensichtliche Christen ebenfalls Opfer von Angriffen zu werden.

Moschee bot nur kurz Schutz

Am 13. April 1994, eine Woche nach dem Beginn des Völkermords von Ruanda, habe eine Gruppe von etwa 100 schwer bewaffneten Interahamwe das Dorf dann doch angegriffen, führt Al Jazeera weiter aus.

Die jungen Dorfbewohner am Checkpoint hätten sich bemüht, den Vormarsch der fanatischen Mörder aufzuhalten – mit Steinen, Stöcken oder Speeren. Aber die Interahamwe hätten Gewehre und Granaten gehabt, weshalb man sie nicht habe aufhalten können. Deshalb seien zahlreiche Dorfbewohner getötet worden.

Von rund 300 Menschen, die sich noch in der Moschee des Dorfes aufgehalten hätten, hätten nur 8 überlebt. Auch der Iman sei damals getötet worden. Pierre Ngarambe, ein lokaler Christ, sei einer der wenigen Überlebenden gewesen, so Al Jazeera:

„Ich habe überlebt, aber meine Frau und sieben Kinder starben bei dem Angriff. Unsere muslimischen Brüder haben alles getan, um uns in Sicherheit zu bringen“ wird der 65-jährige zitiert.

Hintergrund

Ruanda gehörte neben Tansania (ohne Sansibar) und mit Burundi zwischen 1885 bis zum Ende des verlorenen Ersten Weltkrieges, also 1918, 1919, zu Deutschland in zwar Form der Kolonie Deutsch-Ostafrika.[ii]

Einzelnachweise

[i] In 1994, 100s took shelter in this Rwanda mosque. Only 8 survived, von Hamza Mohamed, auf: Al Jazeera Online vom 4.4.2019. Abgerufen am 7.4.2019.

[ii] Deutsch-Ostafrika, In: Wikipedia Deutschland.

Tom

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