Skip to main content
Montag, 22. April 2019

Syrien: Saudi Arabien finanziert Freie Syrische Armee und liefert Waffen / Türkei ist Lager

Saudi Arabien finanziert gemeinsam mit einigen anderen arabischen Staaten wie Katar die umstrittene „Freie Syrische Armee“ (Free Army fighters). Das berichtet die syrische staatliche Nachrichtenagentur sana unter Bezugnahme auf einen Bericht vom Wochenende in der angesehenen britischen Zeitung „The Guardian“. Die Finanzierung geschehe über Gehaltszahlungen, die die Araber in der Türkei an die Soldaten kistenweise bar übergeben würden. Derweil deutet sich an, dass der Konflikt zwischen der Türkei und Syrien wegen eines von Syrien abgeschossenen türkischen Militärflugzeugs einigermaßen friedlich beigelegt werden könnte. Allerdings wolle die Türkei mit seinen NATO-Partner den Vorfall zumindest besprechen und über mögliche Reaktionen diskutieren.

Es heißt, der Plan, dass Saudi-Arabien die „Freie Syrische Armee“ finanziere, entspringe einem Beschluss zwischen den Saudis, den USA und weiteren arababischen Staaten. Des Weiteren berichtet die syrische Nachrichtenagentur unter Bezugnahme auf den Artikel im „The Guardian“, dass die umstrittene „Freie Syrische Armee“ in Istanbul ein Kommandozentrum einrichten dürfe mit insgesamt 22 Angestellten. Allerdings sind Berichte über finanzielle und auch logistische Unterstützungen der „Freien Syrischen Armee“ nicht neu. Man nimmt an, dass dies seit Beginn des Krieges in Syrien – also seit gut 14 Monaten – geschieht.

Des Weiteren schrieb der „The Guardian“ laut der syrischen Nachrichtenagentur, dass Journalisten der Zeitung berichtet hätten, wonach sie Augenzeugen eines Waffen- und Geldtransports in der Türkei für die „Freien Syrischen Armee“ gewesen sein. So hätten sie fünf Männer gesehen, die im „traditional Gulf style“ gekleidet gewesen seien und in einer Polizeistation in dem Grenzdorf al-Tima eingetroffen seien. Sie wären unterwegs gewesen von der türkischen Stadt Reyhanli.

Ihr „Gepäck“ hätte aus 50 Boxen mit Gewehren (rifles), Munition (ammunitions) und Medizin bestanden. Obendrein hätten sie umfangreich Bargeld (large bundles of cash) bei sich getragen, wohl überwiegend bestehend aus Dollar oder Euro. Die Araber seien respektvoll von der „Freien Syrischen Armee“ empfangen worden (were treated with respect by the “Free Syrian Army“).

Bei der „Freien Syrischen Armee“ handelt es sich um ein Sammelsurium aus syrischen Oppositionellen, desertierten Soldaten, Söldnern und Terroristen. Die „Freien Syrischen Armee“ ist auch in diverse Massaker in syrischen Ortschaften verwickelt und gilt teils sogar als Urheber von Massakern, die später auch vom Westen versucht wurden, dem regierenden umstrittenen Diktator und Präsidenten Baschar Hafiz al-Assad (arabisch ‏ بشار حافظ الأسد ‎, DMG Baššār Ḥāfiẓ al-Asad) in die Schuhe zu schieben.

Doch Syrien kämpft derzeit nicht nur mit der internationalen heimlichen Aufrüstung der „Freien Syrischen Armee“, welche weiteres Öl ins Feuer der Konfliktparteien gießt, sondern auch mit dem Abschuss eines türkischen Kampfflugzeuges über dem Mittelmeer. Mittlerweile wurde bekannt und das räumte auch das türkische Verteidigungsministerium ein, dass die Version Syriens stimme, wonach das türkische Kampfflugzeug tatsächlich in syrisches Hoheitsgebiet geflogen ist.

Zwar hätte es zügig den Luftraum Syriens wieder verlassen, allerdings sei unmittelbar danach der Abschuss erfolgt. Man hätte feindliche Aktionen in Syrien vermutet, teilte die syrische Regierung mit. Auf Grund dieser neuen Wendung im dem Fall gehen internationale Beobachter nun doch nicht vom einem Regionalkrieg zwischen der Türkei und Syrien aus, der einen Flächenbrand nach sich hätte ziehen können, in den möglicherweise dann auch der Iran oder Russland involviert gewesen wären.

Der Konflikt zwischen syrischen bewaffneten Oppositionellen und der syrischen Regierung hat nach Schätzungen bereits um die 9000 Menschenleben gekostet. Dabei ist aber bis heute nicht klar, ob es eine Demokratiebewegung ist oder primär eine Bewegung, die Assad-gegnerische Clans inszenieren, um den Zugriff auf das Öl und die Macht im Lande zu bekommen ohne tatsächlich demokratische Anliegen zu verfolgen.

Zum Vergleich: Die NATO brachte im Libyen-Krieg nach Schätzungen von Beobachtern innerhalb von nur sechs Monaten rund 50.000 Menschen um und war in das Kriegsverbrechen des Mordes am libyschen Staatschef und Diktator Muhammed al Gaddafi verwickelt.

Weitere Informationen

Säuberungsaktion gegen regimetreue Familien in Al-Houla, Syrien

Syrien-Krieg: Deutsche Medien manipulieren in Kriegsberichterstattung und Frankreich will Krieg

ARD Anne Will und Syrien: Kritik von Scholl-Latour an Assad lässt Kinder töten

Scholl-Latour attackiert Anne Wills ARD-Spezial zu Syrien mit dem suggestiven Titel Assad lässt Kinder töten

Peter Scholl-Latour irrt: Gaddafi wurde nicht gepfählt sondern durch Messerstiche in den After und halbseitige Skalpierung ermordet

Tod Gaddafis: Blutterror libyscher Putschisten wie im Alten Rom

Syrien: Präsident Assad wirft Ausland vor Terror und Söldner zu fördern / Westerwelle lehnt Militärintervention ab

Syrische Nachrichtenagentur Sana: http://www.sana.sy/index_eng.html



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 12. April 2019

Kamera im USB-Stick

Wikileaks US Botschaften Einkaufsliste anlässlich der Verhaftung von Julian Assange

Anlässlich der Verhaftung von Julian Assange, des „australischen politischen Aktivisten, investigativen Journalisten, ehemaligem Computerhackers, Programmierers und Sprechers der Enthüllungsplattform WikiLeaks“ (O-Ton Wikipedia Deutschland) publizieren wir hier die letzte Pressemeldung, welche Wikileaks im Dezember 2018 auf seiner deutschen Plattform publizierte. Assange hatte sieben lange Jahre seines Lebens geopfert, um für sein Projekt, die maximale Transparenz auf Regierungsebene über die Enthüllungsplattform Wikileaks […]

Sonntag, 07. April 2019

Deutsch Ostafrika

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten […]

Montag, 25. März 2019

Israel lässt Ayman Nasser seit 30 Jahren regelmäßig im Gefängnis schmoren

Amnesty International berichtet, wonach am 10. März 2019 ein israelische Militärgericht in den besetzten palästinensischen Gebieten eine Haftverlängerung für den NGO-Mitarbeiter Ayman Nasser angeordnet habe. Die Haft gegen Ayman Nasser werde um lange weitere sechs Monate aufgestockt. Die Haft setzt eine lange Kette von vorherigen Verhaftungen des Menschenrechtlers in den vergangenen 25 Jahre fort. Amnesty moniert, dass der NGO-Mitarbeiter bereits […]

Donnerstag, 24. Januar 2019

Israel schickt Beduine Sayyah Abu Mdeighim al-Turi 10 Monate ins Gefängnis

In einer Urgent Action teilt Amnesty International (AI) mit, wonach am 25. Dezember 2018 Scheich Sayyah Abu Mdeighim al-Turi eine zehnmonatige Haftstrafe in Israel habe antreten müssen. Amnesty schreibt zu dem Gerichtsurteil, dieses sei auf Grund der Tatsache gefällt worden, da der Verurteilte seine Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit für ein Beduinendorf wahrgenommen habe. Sayyah Abu Mdeighim al-Turi büße seine Haftstrafe derzeit […]

Mittwoch, 16. Januar 2019

Prozess, Alfamir Castillo

Schüsse auf Aktivistin in Kolumbien wegen Armee-Mordvorwürfen

Am 11. Januar 2019 hätten zwei Unbekannte in der Gemeinde Pradera im Süden von Kolumbien auf das Auto der Aktivistin Alfamir Castillo geschossen. Der Täter habe von einem Motorrad aus geschossen. Das berichtet nun Amnesty International Deutschland. Das Anschlags-Opfer sei in Begleitung ihres Mannes und zweier LeibwächterInnen gewesen, welche von der „Behörde für Schutzmaßnahmen“, der „Unidad Nacional de Protección“ gestellt […]

Samstag, 08. Dezember 2018

Wegen Land

Kolumbien – Menschenrechtsverteidiger Enrique Cabezas mit Mord bedroht

Amnesty International teilt in einer Urgent Action mit, wonach Enrique Cabezas, der Leiter der „Kollektivs Afro-Kolumbianischer Gemeinschaften“ in Curvaradó im Departamento Chocó im Westen Kolumbiens bedroht werde. Auch Morddrohungen stünden im Raum. Grund: Er setze sich für die Landrechte einiger kolumbianischen Gemeinden ein. Zudem kämpfe er für das Recht der dort lebenden Menschen sich aus einem seit Jahren bestehenden bewaffneten […]