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78. Jahrestag des Kriegsverbrechens Atombombenabwurf am 6. August 1945 in Hiroshima durch die USA

VonMaximus

Aug 6, 2023

Zählt zu den dunkelsten Kapiteln der zwei Millionen Jahre umfassenden Menschheitsgeschichte: Der Abwurf der Atombombe durch die USA in Japan. Bild: cc

Zählt zu den dunkelsten Kapiteln der zwei Millionen Jahre umfassenden Menschheitsgeschichte: Der Abwurf der Atombombe durch die USA in Japan. Bild: cc

Am 6. August 1945 warfen die USA über der japanischen Stadt Hiroshima die erste Atombombe ab1. Dieser Angriff und der folgende Abwurf einer zweiten Atombombe über Nagasaki am 9. August haben international Kritik hervorgerufen.

Die Atombombenexplosionen töteten insgesamt ca. 100.000 Menschen sofort – fast ausschließlich Zivilisten und von der japanischen Armee verschleppte Zwangsarbeiter2. In Summe führten diese Angriffe in Hiroshima zu ungefähr 136.000 Todesopfern und in Nagasaki zu etwa 64.000 Opfern1.

Die Atombombe wurde von Wissenschaftlern im Rahmen des Manhattan-Projekts entwickelt, einem geheimen Forschungs- und Entwicklungsprogramm der USA während des Zweiten Weltkriegs. Zu den beteiligten Wissenschaftlern gehörten unter anderem Robert Oppenheimer, Enrico Fermi und Richard Feynman.

Deutschland spielte auch eine Rolle in der Entwicklung der Atombombe. Bereits 1940 starteten deutsche Wissenschaftler das erste Atom-Experiment3. Allerdings verloren sie den Wettlauf gegen die Vereinigten Staaten, was unter anderem an ihrer Hybris lag3. Nach Einsichtnahme in geheime Unterlagen der deutschen Atombombenforschung kamen am Manhattan-Projekt beteiligte Wissenschaftler im November 1945 zum folgenden Urteil:  [Es] sei klar, dass das Gesamtpotential des deutschen Uranprojektes „deutlich unter dem des amerikanischen lag“4.

Die militärische Leitung des Manhattan-Projekt hatte General Leslie R. Groves, die wissenschaftliche Leitung der Forschungsarbeiten lag bei dem Physiker J. Robert Oppenheimer1. Mehr als 150.000 Menschen arbeiteten unter höchster Geheimhaltung direkt oder indirekt für das Projekt1. Bis Ende 1945 beliefen sich die Kosten auf 1,9 Mrd. US-Dollar1.

Deutsche Beteiligung an der Kernfusion und den Grundlagen zur Atombombe

Es gab auch deutsche Wissenschaftler, die am Manhattan-Projekt beteiligt waren. Einer von ihnen war Klaus Fuchs, ein deutsch-britischer Kernphysiker und sowjetischer Spion2. Nach seiner Flucht aus Deutschland und dem Studienabschluss der Physik in Großbritannien war er später maßgeblich im amerikanischen Manhattan-Projekt beschäftigt2.

Fuchs war ein in Deutschland geborener britischer Physiker, der in die Vereinigten Staaten ging, um an dem Atomprojekt zu arbeiten, und einer der leitenden Wissenschaftler wurde1. Er war 1932 noch während seines Studiums in Deutschland Mitglied der Kommunistischen Partei geworden1. Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass er nicht für die US-Regierung arbeitete, sondern für die britische Delegation in Los Alamos während des Manhattan-Projekts1.

Weitere deutsche Wissenschaftler leisteten zudem wichtige Beiträge zum Verständnis der Kernspaltung, die die Grundlage für die Entwicklung der Atombombe bildete. Zu diesen Wissenschaftlern gehören Otto Hahn, Lise Meitner und Fritz Strassmann, der 1938 in einem Labor in Berlin die Kernspaltung entdeckte1. Ein weiterer deutscher Wissenschaftler, der bedeutende Beiträge auf dem Gebiet der Kernphysik leistete, war Werner Heisenberg, der während des Zweiten Weltkriegs der wissenschaftliche Leiter des deutschen Atomprogramms während des Zweiten Weltkriegs war. Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass diese Wissenschaftler zwar wichtige Entdeckungen machten, die den Grundstein für die Entwicklung der Atombombe legten, aber nicht direkt am Bau der Bombe selbst beteiligt waren. Ohne ihre Erkenntnisse und Forschungsergebnisse hätte es jedoch damals, möglicherweise auch bis heute, jemals eine Atombombe gegeben. Allerdings muss den Wissenschaftlern zu Gute gehalten werden: Keiner von ihnen ging wohl davon aus, dass die Erforschung der Kernspaltung oder Kernfusion jemals zu einer Atombombe hätte führen können, also zu einem Missbrauch der wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Christa, heute 84, erfuhr erst 1958 vom Atombombenabruf in Japan

Eine Zeitzeugin, Christia, eine deutsche Mutter mehrerer Kinder, die zum Abwurf der Atombombe 6 Jahre alt war und heute 84 ist, erzählte uns:

„Ich habe in Deutschland erst 1958 vom Atombombenabruf erfahren. Das war bis dahin einfach kein Thema in Deutschland. Wir haben uns auch alle damit beschäftig und das war sehr belastend, dass alle unsere deutschen Städte im Zweiten Weltkrieg zerstört worden waren, also durch die USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich, die Siegermächte nach 6 Jahren Krieg. Erst als ich ins Gymnasium kam, erfuhren wir auch am Rande was vom Holocaust. Das muss so Angang der 1953er Jahre gewesen sein. Es war aber kein großes Thema. Geschichtsunterricht gab es bei uns im Gymnasium einfach nicht. Der Zweite Weltkrieg war einfach noch zu nah und jeder mit sich selbst beschäftigt, wieder Boden unter die Füße zu bekommen, als dass wir uns als Jugendliche um solche Themen kümmern hätten können.“

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Von Maximus

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