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Sonntag, 09. Dezember 2018

Türkei-Krise, UNO-Sicherheitsrat: Haben Terroristen der Freien Syrischen Armee Türkei angegriffen um Krieg mit NATO eskalieren zu lassen?

ILA 2012 - Mikojan-Gurewitsch MiG-29

Es ist für die Türkei der lange erwartete Moment endlich auf Syrien losknallen zu können: Fünf Türken waren am deutschen Nationalfeiertag im türkischen Grenzort Akcakale nach Granatwürfen und Mörserattacken, von Syrien über die Grenze gefeuert, getötet worden. Zehn türkische Zivilisten kamen mit Verletzungen ins Krankenhaus. Daraufhin hatte die Türkei ihr Militär in Einsatz gesetzt und auf Syrien auch in der Nacht zum Donnerstag stundenlang zurückgefeuert. Man sprach von Vergeltungsanschlägen. Obendrein rief die Türkei, die seit Monaten sich danach sehnt, endlich im Schutzmantel der Kriegsfratze des Westens, der NATO, Krieg gegen Syrien führen zu dürfen, den UN-Sicherheitsrat an. Man bittet „um Hilfe“. Dabei weiß man bis heute gar nicht: Wer hat denn die Granaten in die Türkei gefeuert? Wer hatte ein Motiv? Während die deutschen und andere West-Massenmedien es mal wieder sofort wissen wollen (die syrische Regierung), deutet viel aber auf andere Tätergruppen hin. Selbst die „offizielle“ syrische Erklärung gegenüber dem UN-Sicherheitsrat, man nehme die Schuld der Granatwürfe gegen die Türkei auf sich, ändert nichts an dieser Einschätzung. Grund: Russland hat Syrien nahegelegt, zur Deeskalation erst einmal hier offiziell sich zu entschuldigen. Die Täter scheinen trotzdem eher andere Gruppierungen zu sein.

Der Angriff auf die Türkei gleicht ein wenig dem Beginn des Ersten Weltkrieges. Auch damals wurde bewusst mit einem Mordanschlag die sowieso schon hoch explosive Stimmung zum Überkochen gebracht, als wahrscheinlich Geheimdienste im jugoslawischen Sarajevo am 28. Juni 1914 den österreichisch-ungarischen Thronfolger ermorden ließen. Damit hatten die europäischen unversöhnlichen Großmächte endlich allen Grund den maximalen Krieg führen zu können. Es war der Erste Weltkrieg mit Millionen Toten. Deshalb ist es umso wichtiger, dass nun besonnen reagiert wird. Auch, dass nicht leichtfertig ohne Prüfung die „syrische Regierung“ den schwarzen Peter erhält.

Dabei kann man von Fernsehkrimis gut lernen -und zwar anhand der billigen Täterfrage in jedem ZDF-Krimi, in jedem ARD-Tatort. Die Lösung lautet: Der Täter ist meist der, den man am wenigsten vermutet. Es ist aber vor allem der oder die, die ein Motiv haten. Fakt ist: Ein Motiv hat die syrische Regierung nicht. Für sie ist eine Eskalation des Krieges mit dem ehemaligen türkischen Partner und dem monsterhaft großen westlichen Kriegsbündnis NATO Selbstmord. Deshalb kann man eigentlich schon jetzt getrost sagen: Die syrischer Regierung kommt als Täter nicht in Betracht. Es war definitiv kein „Angriffskrieg“ Syriens gegen die Türkei.

Es gibt deshalb eigentlich nur einen in Frage kommenden Täter: Die von den USA mit rund 180 Mio. Euro finanzierte „syrische Opposition“ – vor allem die Terrorbanden der islamischen „Freien Syrischen Armee“, die auch von den USA unterstützt wird, aber auch von Qatar, Saudi-Arabien, einige meinen sogar möglicherweise auch von Israel. Israel ist auch mit Syrien seit dem Sechstagekrieg im Dauer-Konflikt.

Die terroristisch agierende Freie Syrische Armee (FSA) kommt auch deshalb als wahrscheinlicher Täter in Betracht, da es in die Strategie dieser islamischen von erzkonservativen Sunniten dominierten Terrorbande passt.

– Die FSA hat bereits zahlreiche Massaker in Syrien, auch an Kindern und Frauen, verübt, davon Fotos gemacht, den West-Medien zugeschickt und dreist behauptet, die Massaker stammten von den syrischen Regierungstruppen. Während westliche Medien diese Kriegs-Lügen dumm wie Otto einfach verbreiteten, gab es nur wenige Medien, die versuchten, hier ein klareres ehrlicheres Bild vom syrischen Bürgerkrieg zu zeichnen.

Darunter waren bislang kriegsberichterstattung.com und vor allem die russische Nachrichtenagentur ANNA-News (http://anna-news.info). ANNA-News gilt als sehr gut mit Syrien vernetzt, zumal Russland seit Jahrhunderten engste Kontakte zu Syrien pflegt. So baute die christliche russische Kirche, beziehungsweise der russische Patriarch, schon vor gut 200 Jahren in Syrien eine christliche Kirche für die Gemeinde der Christen.

– Die terroristisch agierende Freie Syrische Armee kommt auch deshalb als wahrscheinlichster Granat-Werfer auf die Türkei in Frage, da sie Schauspielertruppen einsetzt, angebliche Massaker in den Städten Homs oder Aleppo bewusst mit Kindern, Frauen, Ärzten, Alten, inszeniert, diese getürkten angeblichen Kriegs-Dokumentation auf YouTube einstellt und parallel ebenfalls den West-Medien schickt, und behauptet, das Gezeigte sei authentisches Kriegsmaterial. Man sehe angebliche Opfer von angeblichen Massakern der syrischen Regierung.

– Und zu guter Letzt: Die terroristisch agierende Freie Syrische Armee will die Kriegsfratze des Westens, die NATO, seit Monaten an ihrer Seite. Sie möchte den totalen NATO-Terrorkrieg gegen die syrische Regierung. Ganz nach dem Vorbild des Bombenteppich-Krieges, den das mit auch deutschen Steuergeldern finanzierte Kriegsbündnis des Westens in Libyen vergangenes Jahr, also 2011, anrichtete. Die Bilanz: Geschätzte 50.000 Tote und die Involvierung der NATO in die kriegsverbrecherische Ermordung des im Volk verhassten libyschen Diktators und über 40 Jahre regierenden Regierungschefs, Gaddafi.

– Auch die Terroristen der Freien Syrischen Armee haben bereits Tausende Menschen in Syrien ermordet darunter Hunderte Christen ausschließlich wegen deren christlichen Gesinnung (Stichwort: Christenverfolgung). Ihre Taktik ist die Taktik der Zerstörung: Überall angreifen mit scharfen Waffen, auch Kinder und Frauen töten, den Konflikt, den Umsturzversuch gegen die von den Alawiten in Verbindung von Christen dominierte syrische Regierung, maximal zur Eskalation zu bringen.

– Dabei hat die FSA, Freie Syrische Armee alleine in Homs bereits Tausende Christen verjagt, Hunderte ermordet. Es ist die schlimmste Christenverfolgung seit Jahrzehnten. Dem Westen ist es egal. ARTIKEL TEIL ZWEI UNTEN KLICKEN ZUM LESEN

Heißt: Der einzige Sieger von Granatwürfen gegen die Türkei ist die Freie Syrische Armee selber, ist das diffus als „Oppositionsbewegung“ umschriebene Sammelsurium aus islamischen Geistlichen, Mörderbanden, Söldnertruppen und sonstigen Gruppierungen. Von Demokratiebewegung in der angeblichen syrischen Opposition ist schon seit über einem Jahr nichts mehr zu spüren. Zumal Syriens Präsident Baschar al-Assad (arabisch ‏ بشار حافظ الأسد ) bereits Reformen für eine demokratische Struktur durchführt und auch Wahlen hat abhalten lassen.

Möglich aber auch, dass westliche Geheimdienste in die Terroraktionen gegen den türkischen Ort involviert sind. Es wäre nicht das erste Mal dass der Westen zu solchen widerlichen Mitteln greift, um seine Ziele – in der Öffentlichkeit Stimmung für einen Militärschlag gegen missliebige Staaten, meist gegen ehemalige europäische Kolonien (Syrien war eine Kolonie Frankreichs, in der Frankreich mit Terror und Mord das Land viele Jahre dominiert hatte).

Für die Türkei wird der syrische Bürgerkrieg aber so oder so zu einer immer größeren Belastung: Bereits geschätzte rund 90.000 syrische Flüchtlinge sollen bereits in der Türkei Zuflucht vor dem syrischen Krieg gesucht haben. Allerdings heizt die Türkei, die von einer Neuauflage ihrer osmanischen Großmacht träumt, den Krieg auch kräftig an. So operiert die Freie Syrische Armee von türkischem Boden aus und wird auch von der Türkei massiv schon jetzt unterstützt.

Dass man im Westen erst gar nicht versucht, die Täter des Angriffs auf die Türkei, der nun fünf Menschenleben kostete, herauszufinden, verwundert nicht. So lässt sich die Außenministerin Hillary Hillary Rodham Clinton in guter alter Kriegstreibermanier auch mit dicken Worten zitieren, wonach sie empört sei über die Angriffe der syrischen Regierung gegen die Türkei. Auch die USA verfolgen seit Kriegsbeginn vor bald zwei Jahren die Strategie: In Syrien gibt es nur einen Täter – die Regierung. So forderte sie auch jetzt einmal mehr den syrischen Präsidenten Assad auf die militärischen Handlungen zurückzufahren und einen politischen Prozess einzuleiten.

Nur: Wie soll Baschar al-Assad einen friedlichen politischen Prozess einleiten, wenn der Westen gleichzeitig Terrorbanden unterstützt die im Regierungsviertel von Damaskus, der syrischen Hauptstadt, alle Woche syrische Regierungsmitglieder ermordet und bereits Hunderte junge syrische Soldaten in den Kassernen massakriert hat?

Artikel zum Thema:

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Kommentare (2)


Die Redaktion 4. Oktober 2012 um 21:19

Danke für den Hinweis! Ist korrigiert. Wir entschuldigen die Nachlässigkeit.

Antworten

Melone 4. Oktober 2012 um 11:34

Bitte ähndern: Der syrische Präsident heißt nicht Saddad! 😉

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