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Donnerstag, 21. Oktober 2021

Syrien stimmt angeblich Pufferzone Türkei zu Syrien zu / Erneut Kriegshandlungen Türkei gegen Syrien

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Die Türkei „darf“ endlich das machen, was sie schon seit Monaten gerne machen würde: Raketen und Bomben auf Syrien werfen und damit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad weiteren Schaden zufügen. Bereits rund 35 Syrer sind durch türkische Kriegsangriffe gegen Syrien ums Leben gekommen. Anlass war, dass von Syrien aus Granaten auf eine türkische Grenzstadt geworfen worden waren, welche fünf Türken das Leben kostete. Zehn weitere waren verletzt worden. Schon seit längerem forderte die Türkei eine Einrichtung einer „Pufferzone“, also eine entmilitarisierten Zone, auf Syriens Seite.

Angeblich sei die Türkei nun ihrem Ziel des Einrichtens einer Pufferzone etwas näher, berichten türkische Medien. Allerdings haben sich syrische Medien bislang zu dem Thema nicht geäußert. Grund: Es ist eigentlich nicht im Sinne der syrischen Regierung, ihre eigene Grenze in die Hände der Türkei und NATO zu übergeben. Denn das würde eine „Pufferzone“ letztlich bedeuten.

Gleichzeitig könnte und würde die Türkei die Pufferzone benutzen, um die terroristische islamische „Freie Syrische Armee“ weiter aufzurüsten mit dem Ziel des Sturzes der syrischen Regierung aus Alawiten und – in der zweiten Reihe – der Christen (Stichwort: Christenverfolgung in Syrien). Allerdings ist der Bürgerkrieg in Syrien längst auch ein Krieg zwischen Volksgruppen, nicht nur zwischen unterschiedlich Gläubigen. So wird kolportiert, Assad habe bereits umfangreiche Gebiete Syriens der kurdischen PKK-Guerilla überlassen.

Die PKK kämpft auch gegen die Türkei, da sie die Kurden in der Türkei immer noch als Verfolgte der türkischen Regierung ansieht. Die türkische Armee bringt seit Jahrzehnten immer wieder Kurden im Osten der Türkei um. Als Begründung werden Terroranschläge der PKK genannt, also des militärischen Arms der kurdischen Arbeiterpartei.

Angeblich um die Kriegs-Geschehnisse an der türkisch-syrischen Grenze zu beenden, bringen türkischen Medien nun eine angeblich mit dem Segen der syrischen Regierung zu schaffende Pufferzone an der türkischen Grenze ins Gespräch. Sie solle sich angeblich sechs Meilen ins Landesinnere von Syrien ausdehnen. Das hieße, dass sich die syrische Armee sechs Meilen entfernt von der türkischen Grenze zurückziehen würde oder müsste.

Eine Pufferzone hatte neben der Türkei vor allem auch die terroristisch agierende „Freie Syrische Armee“ gefordert. Während die syrischen Regierungstruppen sich in der Pufferzone nicht mehr aufhalten dürften, könnte die FSA sich dort weiter ausbreiten – immer schön unter dem Deckmäntelchen eines eigentlich nur „humanitären Korridors“ für die syrischen Flüchtlinge, den es zu beschützen gelte.

Die dubionsen Schuldzuweisungen der syrischen Opposition gegen syrische Regierung

Derweil seien auch am Wochenende in der Türkei angeblich weitere Granateinwürfe in der Türkei festgestellt worden, wobei wieder unterstellt wird, syrischen Truppen hätten die Granaten bewusst auf die Türkei geworfen. So sagte der Der Vorsitzende des oppositionellen Syrischen Nationalrates (SNC), Abdelbaset Sieda, in einem Statement in der Türkei, er fände es angeblich schrecklich, dass, obwohl die Türkei viele syrische Flüchtlinge aufgenommen habe, das Land nun von Truppen des syrischen Regimes beschossen werde.

Dem erwiderte die syrische Regierung, man warte immer noch die Untersuchungsergebnisse ab, wie es zu den Granatangriffen auf türkischen Grund und Boden gekommen sei. Von einem in westlichen Medien gerne verbreiteten Schuldeingeständnis der syrischen Regierung liest man in Syrien nirgends etwas. Heißt: Es ist wahrscheinlich einmal mehr, wie so oft in der Kriegsberichterstattung in den westlichen Medien, eine frei erfundene Geschichte. Es ist ein Mosaikstein mehr in der Desinformations-Politik vieler westlicher Massenmedien.

Dabei verweist kriegsberichterstattung.com auf seine umfangreiche Analyse zum türkisch-syrischen Grenzkonflikt, in der wir zu dem Urteil gelangt sind, dass die Granatwürfe gegen die Türkei am wahrscheinlichsten direkt der terroristisch agierenden syrischen Opposition zuzuschreiben sind (klicken und lesen) – auch wenn diese so tut, als wären die Granaten von syrischen Regierungstruppen auf die Türkei gefeuert worden.

Grund: Einzig die syrische Opposition, vor allem die terroristisch agierende „Freie Syrische Armee“, hat ein Interesse an einer Eskalation des Krieges mit der Türkei und damit mit der NATO. Ihr Ziel: Ein angeblicher Angriff Syriens auf die Türkei würde einen „Bündnisfall“ auslösen, in dem das westliche monsterhaft große Kriegsbündnis NATO eingreifen würde – nach dem Vorbild des monströsen westlichen Libyen-Krieges.

Denn das Motiv, einen Krieg mit der Türkei und der hinter ihr stehenden Großarmee, der westlichen NATO, vom Zaun zu brechen, hat nur die syrische Opposition und damit primär die Freie Syrische Armee. Sie träumt davon, dass die NATO an ihrer Seite wieder einen Bombenteppich mit Tausenden Toten nach dem Vorbild des Libyen-Krieges im Jahr 2011 legt. Das Ziel: Die Eliminierung und Ermordung des syrischen Präsidenten Assad. Ganz so, wie es mit Hilfe der NATO dem libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi kriegsverbrecherisch geschehen ist. Der Libyen-Krieg, welcher von der NATO dominiert wurde, hatte geschätzte 50.000 Tote gekostet. …UNTEN KLICKEN ZUM WEITERLESEN ARTIKEL

Längst ist der Bürgerkrieg in Syrien zu einem kaum verständlichen Wirrwarr aus unterschiedlichsten Interessenlagen ausgeweitet. Während am Anfang des Konfliktes tatsächlich eine Demokratiebewegung im Zentrum stand, ist die „syrische Opposition“ mittlerweile einem Sammelsurium aus erzkonservativen islamischen Sunniten, Söldnern, Terroristen und westlichen und arabischen Geheimdiensten gewichen.

So unterstützten allein die USA die syrische Opposition, auch die Freie Syrische Armee, mit bislang rund 180 Mio. Euro. Hinzu kommen logistische und militärische Unterstützungen – auch von Saudi-Arabien und Qatar.

Es ist primär ein religiöser Bürgerkrieg zwischen unterschiedlichen islamischen Gruppierungen in Syrien. Außerdem geht es um Macht in der Region: Der Westen möchte unbedingt dem Iran seinen engen Verbündeten, Syrien, aus der Hand schlagen. Gleichzeitig würde der Westen – insbesondere angetrieben durch die einstigen Kolonialmächte in der Region, Frankreich und Großbritannien, Russland schaden. Denn auch Russland verfügt traditionell über starke Beziehungen zum sozialistischen Syrien. Obendrein hat die russische Kirche sehr enge Beziehungen zu den Christen in Syrien.

Bislang hatte sich das westliche Kriegsbündnis NATO aus dem Hexenkessel Syrien herausgehalten. Das lag aber vor allem auch am Veto von Russland und China im UN-Sicherheitsrat. 2.000 Tote der US-Armee und gut 60 tote deutsche Bundeswehrsoldaten alleine im Afghanistan-Krieg sollten eigentlich auch genug sein. Dennoch gibt es im Westen Kriegstreiber, die ehemalige Kolonien – wie Libyen oder Syrien – immer noch wie Eigentum ansehen, das ihnen irrtümlich abhandengekommen ist. Heißt: Solche Kräfte würden lieber heute als morgen Syrien militärisch besetzen.

Türkisches Parlament gibt Freifahrtschein für Militär

Zudem hat das türkische Parlament am Donnerstag der türkischen Regierung mehr oder weniger einen Freifahrtschein für militärische Operationen gegen Syrien gegeben. Offiziell heißt es verlogen, man „verteidige nur die türkische Grenze“. Immerhin sagte der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan, der schon seit bald 15 Jahren an der Macht ist, er sei nicht an einem Krieg mit Syrien interessiert, aber es sei auch nicht mehr weit davon entfernt.

Erdogan träumt von der Wiederbelebung eines osmanischen Großreiches und nutzt regionale Konflikte seiner Nachbarstaaten, um unter dem Deckmantel des Westens und dem Schutz des westlichen Kriegsbündnisses NATO, das auch mit deutschen Steuergeldern jährlich mit Milliarden Euro finanziert wird, seine Großmannsträume realisieren zu können. Mit jedem Konflikt in der islamischen Welt kann sich die Türkei als der große Schlichter oder das starke militärische Invasionsland der Weltöffentlichkeit präsentieren.

Derweil ruft die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Besonnenheit auf. Sie warnte ausdrücklich vor überhitzten gegenseitigen Kriegserklärungen – sowohl auf Seiten der Türkei wie auf Seiten Syriens. Bislang konnte der UN-Sicherheitsrat sich zu keiner gemeinsamen tiefergreifenden Erklärung zum türkisch-syrischen Kriegsscharmützel durchringen.

Vor allem Russland und China sehen die Komplexität des Bürgerkrieges in Syrien und weigern sich, einseitige Schuldzuweisungen gegen die syrische Regierung durchzuwinken. Viele Beobachter meinen: Das ist gut so. Denn vielen Politikern im Westen geht es, wie so häufig in der Geschichte, nicht primär um die Ebnung einer Demokratiebewegung, sondern um reine Machtspielchen in der Region.

Immerhin erklärte nach einem Anschlag in der syrischen antiken Stadt Aleppo der UN-Sicherheitsrat, man lehne Terrorismus in all seinen Formen ab. Bei dem Terroranschlag in Aleppo waren 34 Menschen gestorben. So sagte der UN-Sicherheitsrat: „Alle terroristischen Aktionen sind Verbrechen… unabhängig vom Motiv, wo auch immer, wann auch immer, von wem auch immer verübt.“



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