Wie MLP abgezockte Kunden belehrt: Schlimmer als BILD-Zeitung

MLP zockt nicht nur gemeinsam mit der Heidelberger Lebensversicherung AG Kunden ab, sondern macht ihnen auch noch Vorhaltungen, wenn sie es wagen, von den Abzockmachenschaften der Presse zu erzählen und diese darüber schreibt. In einem umfangreichen Artikel deckte netz-trends.de auf, wie MLP einem Wirtschaftsingenieur zu einer Anlage bei der einstigen MLP Lebensversicherung, der jetzigen Heidelberger Leben, riet, und letztlich dieser anschließend über Jahre ausgenommen wurde wie eine Weihnachtsgans und um wesentliche Teile seiner eigentlich für die private Altersvorsorge gedachten Sparbeträge gebracht wurde.

Von rund 103.000 Euro für gleich drei von MLP aufgeschwatzten Fondsgebundenen Lebensversicherungen (kriegsberichterstattung.com berichtete; bitte Tabelle beachten) hatte sich die Heidelberger Lebensversicherung AG in rund 15 Jahren über 30.000 Euro angeblicher „Kosten“ in die Tasche gesteckt – also rund 30 Prozent – und für jeden der drei aufgeschwatzten Fondsgebundenen Lebensversicherungen fette Provisionen an MLP überwiesen. Abzocke auf Kosten der Altersvorsorge des privaten Sparers.

Denn: Letztlich war nach bis zu rund 15 Jahren Ansparen weniger im Topf der Altersvorsorge des Sparers (Tabelle mit detaillierten Darstellungen) als er überwiesen hatte. Und das, was die Heidelberger Leben schließlich anlegen ließ, wurde mit einem Minimal-Zins von durchschnittlich lächerlichen 2,8 Prozent verzinst. Unter dem privaten Kopfkissen wäre mehr gewesen, auch auf dem Sparbuch mit 2 bis 3 Prozent Verzinsung – aber ohne Versicherungs- und „Finanzdienstleister“-Abzocke. So aber waren MLP und Heidelberger Leben nur ein Minus-Geschäft für den Sparer (Tabelle Spalten rechts). Selbst nach rund 20 Jahren Geld überweisen wäre es nahezu ein Nullsummenspiel gewesen.

Normale Unternehmen gehen mit Kunden anders um

Nachdem netz-trends.de sowie kriegsberichterstattung.com über den Fall berichteten und auch auf wallstreet-online sich zahlreiche Veröffentlichungen rund um MLP-Abzocke finden (auch im Forum), meldete sich MLP bei dem betroffenen netz-trends.de-Leser und MLP-Kunden. Eine Anfrage war zuvor von der MLP-Pressestelle bei netz-trends.de eingegangen. Darin sagte der Pressesprecher, man würde gerne noch einmal mit dem betroffenen MLP-Kunden ins Gespräch kommen. Jedes normale Unternehmen würde versuchen, einen so abgezockten Kunden, wie es netzt-trends.de schilderte, mit einer Wiedergutmachung zu besänftigen. Nach dem Motto: Ein zufriedener Kunde ist uns viel wert. Nicht so aber bei MLP.

Das Gespräch endete in einer vielminütigen Belehrung, in dem der MLP-Mitarbeiter dem Abzock-Opfer klagte, die böse Presse haben die Altersvorsorge-Abzocke in Höhe von rund 32.000 von Heidelberger Leben und MLP falsch widergegeben.

Die Veröffentlichungen auf netz-trends.de sowie kriegsberichterstattung.com seien „schlimmer als die der BILD-Zeitung“, berichtet das Abzockopfer von MLP und Heidelberger Leben, habe der MLP-Mitarbeiter am Telefon geklagt. Von einer Entschuldigung oder einem Wiedergutmachungs-Angebot war nicht die Rede. Der einstige MLP-Kunde hat seine einst für die Altersvorsroge abgeschlossenen Verträge, die er über MLP abgeschlossen hatte, Mitte des Jahres gekündigt.Der einzig richtige Weg um die Abzocke zu stoppen.

„Ich hätte es nur schon viel früher machen sollen“, ärgert sich der MLP-Kunde heute. Man habe seine Unwissenheit ausgenutzt, da er als junger Akademiker über Kommilitonen auf MLP aufmersam gemacht worden war. MLP macht sich gerne an Hochschulen breit. Gelten doch, erzählt ein MLP-Mitarbeiter netz-trends.de „Akademiker als besonders blöde Kunde, da sie meinen sie wüssten schon alles“.

Zum netz-trends.de-Artikel: ‚Abzocke bei MLP und Heidelberger Lebensversicherung AG‘ / ‚Von 103.000 Euro Altersvorsorge nur 84.000 übrig‘

Fußnoten zur Tabelle:

3 comments

  1. Ich bin auch ein Opfer von MLP, Heidelberger Leben fondsbasierte Lebensversicherung. Was kann man tun, gibt es irgendeine Möglichkeit, seine Verluste zurückzuholen?

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