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Dienstag, 04. Oktober 2022

Angriffskrieg

Anzahl Tote im Krieg in der Ukraine in ersten fünf Monaten

Ein hoher Vertreter des russischen Generalstabs verkündete in einem Video den Kriegsverlauf. Wir haben dieses Foto per Screenshot dem Video entnommen. Quelle: https://www.rbc.ru/politics/25/03/2022/623dc3869a79477067801a17.

Von Tag zu Tag steigt die Anzahl der auf ukrainischer und russischer Seite getöteten Menschen, Soldaten, Zivilisten im von Russland durchgeführten Angriffskrieg auf die Ukraine.

Nach Angaben des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte (OHCHR) seien seit Beginn des Krieges in der Ukraine vor rund einem halben Jahr bis zum 31. Juli 2022 (24. Februar bis 31. Juli 2022) mindestens 5.327 Todesopfer alleine in der ukrainischen Zivilbevölkerung zu beklagen. Darunter seien mindestens 352 Kinder. Hinzu kämen in der ukrainischen Zivilbevölkerung 7.257 Verletzte, bzw. möglicherweise verstümmelte Menschen.

Wir von kriegsberichterstattung.com werden keine Formulierungen mehr zitieren, die klassisch in der Kriegsberichterstattung sind, wie z.B. Angaben, wonach „unter den Opfern auch Frauen und Kinder“ seien. In Zeiten der Gleichstellung muss ein toter oder verletzter, verstümmelter Mann im Krieg genauso viel gelten wie eine tote oder verstümmelte Frau. Wir halten allerdings die Anzahl der getöteten oder verletzten, verstümmelten Kinder nach wie vor für besonders nennenswert und abscheulich.

Betrachtet man lediglich den Monat Juli 2022, so verzeichnete das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte 1.455 zivile Opfer in der Ukraine: 355 Tote (111 Männer, 86 Frauen, 6 Mädchen, 9 Jungen und 143 Erwachsene, deren Geschlecht noch unbekannt ist). Hinzu kämen in nur einem Monat 1.100 Verletzte (190 Männer, 167 Frauen, 20 Mädchen, 30 Jungen sowie 8 Kinder und 685 Erwachsene, deren Geschlecht noch nicht bekannt ist).

Eplosionswaffen

Dazu gehörten:  301 Tote und 903 Verletzte in 126 Siedlungen in Regionen (Teilen von Regionen), die sich zum Zeitpunkt der Opfer unter Kontrolle der Regierung befanden (83 Prozent der Gesamtzahl); und 54 Tote und 197 Verletzte in 14 Siedlungen in Teilen der Regionen Luhansk und Donezk, die von den russischen Streitkräften und mit ihnen verbundenen bewaffneten Gruppen kontrolliert werden (17 Prozent der Gesamtzahl).

Nach Art der Waffe/des Vorfalls seien zu beklagen: tote durch Explosivwaffen mit weitreichender Wirkung insgesamt 342. Hinzu kämen 1.078 Verletzte (98 Prozent). Durch Minen und explosive Kampfmittelrückstände seien 13 Tote und 22 Verletzte (2 Prozent) zu beklagen.

Die zivilen Opfer durch Explosivwaffen mit weiträumiger Wirkung unterscheidet die UNO wie folgt: Opfer durch MLRS1, Artillerie und Panzer, Cruise Missiles und ballistische Raketen (luft-, see- und landgestützt) sowie Luftangriffe (Flugzeuge und UAVs2).

Die Anzahl der im Ukrainekrieg getöteten Zivilisten unterscheidet die UN wie folgt: Unter den 5.327 Toten seien fast die Hälfte Männer (2.056), außerdem 1.400 Frauen, 146 Mädchen und 165 Jungen sowie 41 Kinder und 1.519 Erwachsene, deren Geschlecht noch unbekannt sei. Das heißt: So schwer wurden sie von den Kriegsmaßnahmen zerfetzt.

Tausende Verletzte

Unter den 7.257 Verletzten seien 1.446 Männer, 1.048 Frauen, 155 Mädchen und 221 Jungen, sowie 195 Kinder. Außerdem könne man von 4.192 Erwachsenen derzeit ihr Geschlecht nicht benennen, was vielleicht auch an der Erhebung liegt, die eben über große Strecken statistisch nicht lückenlos zu sein scheint.

Die meisten der erfassten zivilen Opfer seien durch den Einsatz von Explosivwaffen mit großflächiger Wirkung verursacht, darunter Beschuss durch schwere Artillerie, Mehrfachraketen, Raketen und Luftangriffe.

Das OHCHR geht davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen wesentlich höher sind, da sich der Eingang von Informationen aus einigen Orten, an denen intensive Kampfhandlungen stattfanden, verzögert habe und viele Berichte noch nicht bestätigt worden seien. Dies betreffe beispielsweise die Gebeite Mariupol (Region Donezk), Izium (Region Charkiw), Lysychansk, Popasna und Sievierodonetsk (Region Luhansk), wo es zahlreiche zivile Opfer gegeben haben soll.

  • Seit 2014 dokumentiert OHCHR die zivilen Opfer in der Ukraine. Die Berichte basierten auf Informationen, die die UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission in der Ukraine (HRMMU) durch Gespräche mit Opfern und ihren Angehörigen, Zeugen, die Analyse von bestätigendem Material, das der HRMMU vertraulich zur Verfügung gestellt worden sei, offizielle Aufzeichnungen, Open-Source-Dokumente, Foto- und Videomaterial, gerichtsmedizinische Aufzeichnungen und Berichte, strafrechtliches Untersuchungsmaterial, Gerichtsdokumente, Berichte von internationalen und nationalen Nichtregierungsorganisationen, öffentliche Berichte von Strafverfolgungsbehörden.

Wie viele Soldaten umkamen, ist nicht klar. Am 25. März 2022 nannte der russische Generalstab (auf russisch: штаба ВС генерал) auf seiner Webseite www.rbc.ru 1.351 russische Soldaten, welche im Ukrainekrieg getötet worden seien. Es seien zudem 3.825 Soldaten verletzt worden, so die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti.

Gefallene und verstümmelte Soldaten und Soldatinnen

Würde man diese Zahl nun als einen Durchschnittswert pro Monat rechnen, könnte man mittlerweile möglicherweise von circa 6750 gefallenen russischen Soldaten ausgehen und von rund 19.000 verletzten Soldaten. Viele darunter dürften ebenfalls verkrüppelt oder verstümmelt sein.

Wie viele Opfer es auf ukrainischer Militärseite gibt, ist auch nicht ganz klar. Doch auch dort dürften Tausende Soldaten und Soldatinnen im Krieg umgekommen sein, verkrüppelt oder verstümmelt.



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