Nach Mordanschlag auf Berliner Hells Angels Chef André S.: Jetzt Festnahme

Jon Knelle auf: flickr.com/photos/morocco/1460299274/sizes/l/in/photostream/

Wer hätte das Gedacht: Nun hat die Polizei doch noch zwei Tatverdächtige festgenommen, die an dem Mordanschlag auf den Berliner Hells Angels Präsidenten der „MC Nomads“, André S., am 10. Juni 2012 verwickelt sein sollen (kriegsberichterstattung.com hatte ausführlich vor fünf Monaten über den Fall berichtet). Bei den beiden festgenommenen Personen soll es sich um einen 51 Jahre alten Mann sowie einen 63-Jährigen handeln. Beide sind ehemalige Mitglieder der Hells Angels-Gruppierung „MC Nomads“.

Die beiden nun festgenommenen ehemaligen Rocker der Hells Angels waren um 6 Uhr Mittwochfrüh von einem Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei ergriffen worden – in Altlandsberg (Märkisch-Oderland) sowie im Berliner Stadtteil Wilmersdorf. Einer der beiden Festgenommenen soll der ehemalige Berliner Nomads-Chef Holger B. sein. Es heißt, auch gegen ihn habe es im Jahr 2011 einen versuchten Mordanschlag gegeben. Als einer der damals potentiellen tatbeteiligten Verdächtigen wurde André S. genannt – auf den im Juni 2012 dann selbst geschossen worden war.

Es heißt, die beiden nun verhafteten Ex-Rocker hätten einen Killer aus Osteuropa, wahrscheinlich aus Russland, auf den Chef der Hells Angels Untergruppe Nomads, André S., angesetzt. Die Berliner Staatsanwaltschaft lässt sich mit den Worten zitieren, man habe clubinterne Hinweise erhalten. Nachdem in den Medien groß diskutierten Mordanschlag auf den Rocker André S. gingen wildeste Spekulationen um die möglichen Motive durch die Presse.

Allerdings ist die Sachlage immer noch etwas dubios. So wird spekuliert, dass es eine dritte Person gibt, die möglicherweise in den Mordauftrag zu André S. beteiligt gewesen sein könnte. Auch bei ihm heißt es, er habe noch eine offene Rechnung zu begleichen. Nach ihm wird nach wie vor gesucht. Er soll in Osteuropa untergetaucht sein. Es gibt aber auch Gerüchte, wonach er sich im Raum der Elenbeinküste aufhalten könnte.

Rekapitulation: Der 47-Jährige Hells Angels Rocker André S. war in der Nacht zum Sonntag am 10. Juni in Berlin Hohenschönhausen vor dem umstrittenen „Germanenhof“ auf der Straße niedergeschossen worden. Das Establishment gilt einerseits als Restaurant, andererseits als Treffpunkt der Hells Angels. Zudem können diverse germanische Dinge über die Webseite des Hofes gekauft werden.

Nach dem Mordanschlag lag der Hells Angels tagelang in einer Klinik in Berlin im Koma. Zunächst war spekuliert worden, ob die Rocker-Konkurrenten „Bandidos“ hinter dem Anschlag stecken könnten.

Dass es nun so spontan zu den polizeilichen Zugriffen gegen die beiden Tatverdächtigen gekommen ist, obwohl noch ein dritter Tatverdächtiger gesucht wird, wird damit begründet, dass eine Eskalation gedroht habe. So gab es Spekulationen, wonach der Killer auf Grund eines angeblich nicht bezahlten „Lohnes“ zurück nach Deutschland hätte reisen wollen und zwei der möglichen drei Auftraggeber eliminieren oder ernsthaft bedrohen habe wollen. Gerüchte besagen, diese Option wäre möglich gewesen, da ein Teil der Lösegeldsumme nicht bezahlt werden sei. Grund: Der Mordauftrag sei schließlich gescheitert.

Ob die Version der Polizei wirklich stimmt, wonach lediglich aus dem Rockerumfeld der Hells Angels ein Hinweis auf die beiden Tatverdächtigen Auftraggeber gekommen ist, oder ob nicht doch André S. nun im Angesichts des Todes das bei den Hells Angels so beliebte „von mir erfährt niemand etwas“ durchbrochen hat, und doch gesprochen hat, bleibt das Geheimnis der Polizei.

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